Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 4 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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112 Zwanzig Jahre Zionismus. als Russisch oder l'oluiach. Alter aus diesem rein praktischen (5e- Niehtspiiiikte die Konse<|11enz ziehen — wie es von zionistiselier Seile jungst gesehen ist —. da« Jnldiselie sei dem llebräiselien glcichzusetr.cn — zwei Zweige desselben nationalen Organismus heisst praktischen Kompromissen zulitbe die Reinheit unserer Theorie trüben, heisst autizionistisehe tiedaiikengänge in deu Zionismus hineintragen.'■ Wir haben .bereit« an anderer^Stelle, in unserem Aulsatz über ״das llebriiische" uaehgewiesen. dass die zionistisehe Intuleranz gegen das N'ichthebräische durebau» uielit dem (!einte des jüdischen Religionsgesetzes entspricht. Man kann im Sinne der Thora ein Volljude sein, auch wenn man nicht den ganzen Tag hebräisch spricht und mau verliert da« Recht der Zugehörigkeit zur jüdischen Rekenntnisgeiiieinschalt, auch wenn man seine rr.’C: und «ein r*c־'P'CK in noch so klassischem Hebräisch zum Ausdruck bringt. Dieser zionistisehe Fanatismus fürs Hebräische gehört mit zu den Symptomen der zionistischen Assimilation. Auf der ganzen Linie «o|| die Nationalisierung Israels nach europäischem Vorbilde durchgelührt werden. Zum jüdischen Land, zur indischen Kultur gehört naturgemiiss die jüdische .Sprache, und da das Jid'liseh nun einmal im («aluth erwachsen ist, darf es nicht in das Land der zionistn־ sehen Zukunftsträume verptlan/.t werden Haben aber die Zionisten eiuinul ernstlich bedacht, wie gerade dieses Jiddisch ihr Dogina von der Ouluihncgutioii eigentlich über den Haufen wirlt? Dieses Jiddisch wäre doch liirwahr mit dem ganzen Zauber 'einer mittelhochdeutsch-jüdischen Romantik nicht möglich geworden, wenn das indische Volk nicht aut eine ganz natürliche Weise mit seiner deutschen 1'mwelt ziisammcngewacesen wäre. Wer gibt dem Zionisiniis di«' Recht, heute dieses Ziisamuieiiwaelisen al~ einen 1111• natürlichen Vorgang zu kennzeichnen? Wäre es l'nnatiir, dann וויו1"1וווו wir'* doch \nr allen Dingen selber al' l nnatur emptimlen, was al״-r doch wirklich keineswegs der Fall M. Wir luiilcn uns 1 tu Deutschen nun einmal \ie1 heimischer »1' 1111 Hebräischen. Das liegt nicht daran, weil wir da» Deutsche besser beherrschen a.s da» llchrai'clo׳. Nein, am h wer ein klassisches llchrai'ch schreibt und '!nicht. ird wenn er auch deu'sch reden und sehreihcn kann, als gläubiger Jmlc sieh im ])!׳titschen iicl iiugezwungeiicr Inhlcu