Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 2 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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60 .Lodz, d»» gelohte Land*. kommt auch in ilen A11 kiii!(!itrnn^■<‘11 dienen Romans 7.t1r Geltung: .Aber nicht mir um Geld -allein geht dort fin dienern Konianj dft־ Kan1|)f. zwei Rannen stehen sich gegenüber: Arier und Semiten, drei Völker: 1*01111־. .luden, l>eutsehe“. Bedenkt inan noch, dass en sich liier um eine Stadt den Ostens Kuropas handelt; dass hier 1|U:1*i ein Berufener, ein Pole, das Wort ergreift; dass die nichtjüdische, speziell aber die jüdische Welt jetzt, wenn nicht hei der l.önung, so doch zumindest hei dein Studium des sog. Ostjnden- Problems sich Tietuidcf. so hegreift man das Interesse, das .luden und Judentum an diesem Romane liahen, und das ihm schon vier Auflage gebracht hat. Sie greifen eben nach diesem Buche, weil sie dort Krfuhrungcn auf diesem jetzt modern gewordenen Gebiete suchen, weil ihnen sonst nur wenige Quellen darüber zur Verfügung stehen. Ih־r literarische Gehalt dieses Buches reicht übrigens nicht viel über das Mittclmuss hinaus; nur in kurzen, kleinen Bildern, in Momentaufnahmen, entwickelt Keyniont sein dichterisches Könneu. Allein diene Quelle zum Verständnis der sozialen Verhältnisse der Ostjuden ist leider wie so viele andere nicht ganz rein; 8i licet con1|1arare, wenn Paralellen mit anderen Arbeiten gezogen werden sollen, dann müsste man hier die Rassenwissenschatt des Chamber- Ini 11. die Wirtschafllehre Soinharts. zum Vergleiche mit der sozialen lhirstclhiiig Reymonts hcran/icheii. weil hei allen, wenn schon nicht direkt eine Löse Absicht, so doch zumindest indirekt derselbe Ktfekt zur W11 kung gelangt: diese Herren sind in einem Milieu erzogen und antgcwach-en. welches ihnen die Meinung snggerirt, dass Alles was jüdisch ist, schlecht und niediig sein muss. Knd diese Quellen sind es leider, die nicht nur die .Nichtjuden, sondern was noch bedauerlicher ist. auch die meisten .luden, speziell die West jaden, zum Stillen ihres iMiMes nach einem M issen über .luden und Juden tum benützen; sie bedenken nicht, dass es für den Trinkenden gleichgiltig ist, ob er ein Gilt absichtlich oder unabsichtlich in seinen Organ1'1־n11־> ciutiihrt: die Kolgen sind doch immer dieselben. Seele und Körper erkranken glcichmässig, wenn falsche schädliche Be- Bei Keymont ist subjektiv noch ein Kntschuldigungsnioment an/utuhren. er will sein Volk, die Polen verteidigen, verschönern, verherrlichen, er glaubt sie vorteilhafter zu zeichnen, wenn er deren Widerpart, die .Inden jener Gegend, umso schwärzer und dunkler darstellt; in der Malerei wird solches als kuusttechuik gefeiert, im sozialen Leben aber Ideibt dein dunkel getiiibt«־n Volke immer aus einer solchen Zeichnung etwas hängen, auch wenn solches nur subjektiv ״vur Verschönerung des allgemeinen Bildesvom Meister angewendetwar. Urei Simliengenosscn einer russischen Hochschule treffen in Lodz zusammen, beziehen eine gemeinsame Wohnung, und heul!•