Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 2 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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NuMUBtern. יע rechtlichen Akt _pmklamiert. der zunächst nur eine Anweisung: warf uni auch gesellschaftlich das /.u vollenden, was von rechtiwegen begonnen war. Das gesellschaftliche Lehen trägt aber die Gesetze seiner Hutwicklung in sich selbst und spottet jedem Versuche, es gewaltsam auf einen parallelen Weg mit dem “ ' ‘ en 7.u zwingen. Es wäre demnach wahrlich kein Wunder, wenn die wenigen Jahrzehnte, die seit der Urnklamicrung der Judeneman/.ipation verstrichen sind, nicht ausgereicht hätten, um die Juden ihren Christliehen Mitbürgern auch innerlich näherzubringen, sie ihnen nicht blos politisch gleichziistellen. sondern auch gesellschaftlich und psychisch anzuähnelu. Tatsächlich ist aber doch die Lage so, dass diese Jahrzehnte in Deutsc mit der alten Ghettozeit. soweit sie das Innenleben der deutschen Juden beherrschte, so gut wie völlig aufgeräumt haben. Die Mehrzahl der deutschen Juden hat mit dem alten Judentum seit Jahr und Tag so gut wie gebrochen. Und nicht Idos äusserlich, sondern auch innerlich. In den meisten jüdischen Gemeinden herrscht eine Unkenntnis des jüdischen Lebens, der besonderen Art der jüdischen Frömmigkeit und der jüdischen Iteligiou, gegen die auch der beste IJeligionsunterricht vergebens ankiiuiptt. weil eben eine völlige Verschiebung des gesamten jii dischen Innenlebens s ״ hat Nur die wenigsten werden sieh an den lächerlichen jüdischen Schnitzern stoss!׳n. die seihst Meine, der doch noch während der " ‘ itionskiimpfe starb, in seinem Itahhi von Bacharach unteiliefen. Wenn er da z. B. bei der Schilderung des Gottesdienstes in der Frankfurter Synagoge u. a. erzählt : ..... und aus der geöffneten l’ergamentrolle, in jenem singenden Tone, der am l'aschafeste noch gar besonders moduliert wird, las der Vorsänger die erbauliche Geschichte von der Versuchung Abrahams“ — so werden nur die orthodoxen Juden in Deutschland wissen, dass hier Heine eine zwiefache Unkenntnis der jüdischen 1‘aschaliturgie verrät, während die Mehrheit der deutschen Juden nichts darin linden wird, dass Meine statt am Neujahrsfeste am l’aschal'este 1! den Ton hei der Thoravorlesung gar besonders nnalulicrt sein und 2) die Gcse ׳ von der Ver- Buchung Ahrahams vorlesen lässt. Dem Nicht Juden wird es seitsam Vorkommen, wenn wir aus einer Unkenntnis liturgischer Ein- 995 6 1346^7 544 6