Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 1 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Dai schlafende Gewiesen. und wann die*»• Eiehe mit der Bremst• der Vernunft zu disziplinieren und zu regulieren ist. Wäre es nicht ein Wumler. wenn gerade auf sozialem Gebiete dasselhe Keligionsgesetz in ״Willkürliclikciten“ schwelgen würde, welches aut anderen Gebieten;־ /.. B. in gesellschuftlichen Fragen ׳Traueretikette eie.), wo der moderne Menseh sich rein gelühlsmiissig zu gehen pflegt, das frei schweifende Gefühl in eiserne Fesseln schlügt? I>ie geehrte Verfasserin oltigen Aufsatzes sieht den ״Kenn der Schwäche, des Rückganges, vielleicht auch einer hevorstehenden Auflösung des Judentums“ in der von ihr mit beweglichen Worten Beklagten Tatsache, «lass an verhältnismässig nur wenigen Stellen jüdischen Gemeinde- und Vereinslebcns sich der Wunsch offenbart ״die Erkenntnisse und Methoden der sogenannten unkontessionellen oder interkonfessionellen sozialen Arbeit auch zur Krhaltung und Stärkung des jüdischen (Senieinscliaftsgcdnnkens anzuwenden". Nuu, es mag schon sein, dass das jüdische tiemeinscliaftslehen bisher nicht fällig oder gewillt gewesen ist, die sozialen Errungenschaften der Neuzeit sich zu nutze zu machen. Das wäre umso erstaunlicher, als in der spezifisch religiösen Sphäre das jüdische (iemejtidelehcu gerade in der Neuzeit als ein durchaus forthildungsfähiger Organismus mit allezeit offenen und für alles .Nicht- und l’njüdische ungemein empfänglichen l’oren sich erwies Vielleicht drückt sich ul er in dieser aiillälligen' Besen icilieit gcgeniiher dem sozialen .Modernismus die instinktixe Angst aus, die es. solange cs nur irgendwie geht, vermeiden möchte nachdem "ר״״ד und .עברדד »lem Moloch der Neuzeit längst zum Opfer livlen — nun auch c'tC“ r*.S‘5:, diese dritte und letzte Domäne des alten Judentums, jenem Dützen preiszugebcn. Denn so cinfa« 11 wie sich die Verfasserin die Hiniibcrlcitung des jüdischen '/.dokohwesens aus seiner überlieferten Form in die modernen Formen sozialer Betätigung senkt, wird sie sich schon deshalb nicht bewerkstelligen lassen, weil hierbei eine ganze Kcihc \on religiösen Vorträgen erledigt werden müssen, soll der mögliche Schaden nicht grosser als der wirkliche Nutzen sein. Wir müssen uns nämlich sehr da vor hüten, die ״furchtbare Zerrissenheit in der Judcnschelt ' 11׳ ihrer Wirkung auf das soziale!.eben zu unters! Idü/en Scho״ cm M1r/*׳r