Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 10 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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(irscbüfii- und Stu»t«ro״ral. 2M8 -Fordcrnngerr~rmer durchgängigen IlarnHmisferuiig di s persönlichen und öffentlichen darstello. wie der (iegeu«atz. der /.wiselieit Privat- und Staatsmoral besteht. Au( die Anpassungsfähigkeit unserer moralischen Anschaulinken an bestehende nnd unaliänderlielie Tatsachen ist es 7.11rüek/.iitiiliren. wenn wir im allgemeinen die Formen des geschäftliehen Lebens als moralisch einwandt'rei ein. ‘en und nur in In׳• sonders krassen Fällen uns von der (icschäftsuinral degnutiert abwenden. Ks müssen sclmn die Zeitungen in s gen Artikeln von geschäftlichen Retiiigcreien beriebten. wenn die Kritik erwachen soll, die sieh mit den (!rundlagen nnd den inneren (Jesetzen des geschäftlichen Lebens belässt. I>as normale (lesiebt der kautniiinni-1 ben Welt ist nichtaufreizend genug, um Kritik auszulösen. Mit den kaufmännischen l.'sancen der Rücksichtslosigkeit, des ab; soluten Kgoismus, des energischen, bedeiikenfreien, skr11|1ellosen Draufgängertums, der schreienden Reklame, des Kampfes gegen die Kon klirren/, auf Lehen und Tod. der blinden, fanatischen Ziel- Streitigkeit. die auch den Weg über Leichen nicht scheut damit hat sich das ölVentliche l’rteil so gründlich ahgefunden, dass .lemand als ein sonderbarer Schwärmer gilt, der so naiv ist, diese Frsclieiniingen vom Standpunkte seiner privaten Ribcl- und Fibelmoral zu werten. Nichf aKes aber, womit die öffentliche Meinung sich abge- I inden hat. kann vor dt n •׳Massstähen der objektiven Moral he• _slehe!1. Auch ilort, wo die ..öllöntlii hg K.ritik!stumpf geworden ist. müssen wir!las Feingefühl des moralischen KhrbegrilVs gegen die!!elahr einer iinmerklicli!loch sicher 11111I unaliweudliar sich vorbereitenden Vergröberung schiit/en. Sonst laufen wir <Sefalir, unsere heiligxten HegritTe aul tler Arena des F.rwerhsb bens durch die Rosshufe der llahsm hl' und des heiligen Kgoismus zerstampft worden /11 sehen. Ks ist ^nächst ein Irrtum, wenn mau glaubt,!lass die <!eschüttxuioral seit p■ dieselben Züge aufgewiesen habe wie heute zur Zeit tles Kapitalismus und der l!rossimlustrie Das ist keineswegs der Fall. Ks gab einst Zeilen, wo!las kaufmännische Leben in stilleren, geruhsameren Formen sieh abw!ekelte als heute. Man 5 989