Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 6 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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174 l'a» 11r1l1<»ln\f> Jmlriitiim in Miltrieiiropa. Wenn wir di! ■eil l’assii*!!111 לווl«l«•»!»•■i 1n»*r> Kerheiischattsbe• rieht wörtlich /.iti<׳r«׳n. -״ leiten uns hierbei.zwei <«rii11de.. j'.Mens. tliirfje sch1״! der heisse Atem, der 11ns noch heute nach haltl ftinf/ig Jahren aus diesen Siit/cn entgegeiischliigt. aueh diejenigen unter unseren Lesern, die von dem ungarischen Kongress Idsher nielits wuss. len, vmi der Kiehtigkeit unseres l'rteiD über die Kedeutiiug dieses Kongresses überzeugen. Denn wohl selten hat eine Versammlung getagt. deren Vorgänge die Oestaltung einer ganzen Folgezeit so tiefgreifend hceiiiHusst halten, wie der unparisehe Kongress die Zukunft des unparisehen lind uiitlelhar aueh die Zukunft des deulsehen ■ludentums hestiiumte lliese Se/.e"i״n der f>3 oitlmdoxeu Ileputierten f auf' diesem durch den ungarischen Kultusminister eriiffneten und mit dem gaii/.eii l'omp des ungarischen l'arlanieittarismus geleiteten Kongress war die gesamte ungarische Judeuheit tlurch gewählte Abgeordnete vertreten ) stellt das erste lleispicl einer iiher den Kähmen der akademischen Krörterung hinausgehenden Ahsage au das irichiiieiidelssohiische liberale ,ludentuin dar Sie ward /um Ausgangspunkt einer F.ntw icklung. die 7.11 einer iiher die Judeuheit eines ganzen LanTTes sich erstreckenden Scheidung zwischen Orthodoxie und Keologie führte. Was hei uns in lleutsclilaud lokal hegren/t und hallt widerwillig con/ediert e rscheint, das hat dort in l'ngarn mit der ganzen elementaren Wucht eines 1111abwendbaren Naturereignisses die jüdischen Oemüter eines ganzen Landes erfasst und sich his aut den heutigen Tag durch alle Sturme und Kämpfe auch an י• egcnstromiingeii im eigenen orthodoxen Lager hat es nie gefehlt diirchzusetzen lind zu erhalten veT7 mueht. Wir in Deutschland suchen uns heute zu allen jüdischen Angelegenheiten in ein kühles. \erstandesmüssiges \ erhiiltnis zu setzen. Wir fragen realpolitisch nach Vorteilen, die der Keligimi erwachsen kdiinen. wenn wir dies und jenes unternehmen oder unterlassen sollen. Den Meisten unter uns sind die <!cfuhl«werte der Keligionspolitik längst abhanden gekommen. Denn wir )iahen niemals einen ungarischen Kongress erlebt. I ns ist die Leidenscliaft einer Sezession, die an das (»rössenmass der rahhanitischkaraitisehcu Kümpfe gemahnt, stets fremd gehliehen, und, nur \er einzelte schwache Wellen der ungarischen Sturmflut des Jahres