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Jüdische Monatshefte · 1916-01-01 · 5 (1916) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
3 (1916)
Issue
5 (1916)
Date
1916-01-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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!>*# o»tj1l<li»chc Rätsel IM hinerseniinaren ist weder lang noeli ausserordentlich sehwer. An ihnen werden Rabbiner ״uusgol!ildet“. Iler Wert dieser .Ansliil- «lang“ erhellt aus der Tatsache, dass seit •fahr und Tag. sooft in einer grössere» orthodoxen (Gemeinde die Stelle eines Rabbiner» /u besetzen war, die Rahhinerseniinaristen last regelmässig iilu rgangen und ostjiidische Kandidaten hevor/ugt wurden. In ganz Deiitsehland gieht es nur eine Kuhhiucrhildungsanstnlt, die nicht als Rahhincrsemiuar auftritt, sondern nach dem Vorbild der ostjüdischen Jeschiwos organisiert ist: die Thora-Lehranstalt Jesehihai in Frankfurt a. M. Fragt mau nach •den (iriindeu. wie es kommt, dass wir uns in Deutschland in der Art und Weise der Rabbineraushildung vom Osten wesentlich unterscheiden, so wird mau über die tiefgreifenden׳ Kinlliisse der politischen Lage des Westjudentunis auf die seelische Verfassung der Westjudeii nicht hinwegkommen. Ich hatte neulich mit •einem intelligenten Hstjuden ein ficspräch—über—dienen Thema:—Kl—Ir.TgfP—ffitetn seTF wann die deutschen Rabbiner im Oegensatz /u den östlichen sich vornehmlich als Redner betätigen müssen. Ich sagte, hier sei vor allem eine Wandlung des tieselnnacks ✓11 berücksichtigen, die ihrerseits wieder auf eine Veränderung unserer politischen Lage zurück 7.ntfihren sei. Der Rabbiner kann hier nicht so reden, wie er im Osten redet. Und er mussoft reden, weil das. was er redet, vielfach die einzige Thora ist, die seine Zuhörer hören. Zu eigenem tiefereindringendem Studium fehlen den deutschen .luden Zeit und Laune. Sie wollen daher, wenn sie in die Synagoge gehen, nicht Idos beten, sondern auch hören, nicht Ido» andächtig »ein. sondern auch geistig angeregt werden. I'ml^c—wollen aus einer l'redigt immer so etwas wie den Kxtrnkl de.» Judentums, eine ganze Well aiischauuiig mit nachhause nehmen. Die deutschen Juden streben alle nach einer Weltanschauung. Die l>»t|11dcn kennen »o etwa» gar nicht. Ihre höchste geistige Anregung besteht in der Helri״ digung über eine gute biblische oder talmndi»chc Textinterpretation, jeder (Jedanke, auch der höchst!׳ und tiefste, «■r>«׳l1<111׳t 1lm!׳n scliaal und reizlos, wenn er sich nicht al» ..r»chat■־ verkleidet Der deutsche Jude dagegen ist froh, wenn er!len cinlachen Wortsinn einer llibel- oder Tnimml»lolle versteht, au» ihr IVrlcn de» Scharf-

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