Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 5 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 74% known words query
- IRI
…/4900572-5964858-5964912--1032-4901568- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das nstjihlifrlir KJitsel. H!• KatH<-1. I):1s Anlegen des Tallis, das l'niwiiiden der Tetillin. das Aufrufen zur Tliora. da> Lcicncn, das Durheticn. w<! isl der Kirnstl!׳r. der nicht jüdischen Kreisen das Itätsel klären könnte.* wamin im .ludentuni (iehorene und K.rzop-ne mit diesen seltsamen Können der (iotlesverelirimf׳ so intiip verwaehsen sintl, dass aueli solche .luden, die sich ihrer Kelipon entfremdet liahen. heim Anhliek dieser Können pir oft einer stillselipni Kührim!; und schämip‘11 Kr^riffcnhrtl־ *ich nicht erwehren könnenV Wenn wir in der-Zeit \or!,essaeli jedes Krümeln■!! Cliumez aus ilen letzten Winkeln unserer Häuser hanncn. wenn wir hei nur einmnlipm Vergessen des Omcrzählons ein last |d1ysisches Knhchnp*n em|1iinden, wenn wir in der Schcwiioth Nacht ilie ahpdcp*11sten Mischnajoth mit!■iiier Andacht rezitieren, als oh wirklich jeder Kiuzelne unter uns auch nur dem hlossen Worlsinn nach verstände, was dieser Auszug aus der mündlichen Lehre enthält, wenn wir in!len drei Wochen n 111! 11—irm—Küiiseh-Hasi'homdi 1I111׳ einer heiligen OlTcnharniu; lauschen, die ־־•titB״ Ttirir.iclmciden—iinterlassen und Klängen des Sclmtars wii unvergleichliche Würde des Vcrsölmu1d:stap,s. die hesonderen Stirnmunden des Suckothfestcs. Chnnuckuh-Lieht und l'iirimrnllc olauht man wirklich, dass es je pdinp>n könnte, nichtjüdischen Kreisen einen mehr als ohcrtläehlirhcn Kinldick in unsere durch Kelipon und Tradition, durch tausendjährigen Hraucli und tiefp•- wurzelte Sitte so unendlich originell geformte Psyche zu verschallen'<׳ Der naheliegende Kiuwand. dass wir deutschen .luden auch die Seele des deutsehen Christen nicht restlos verstehen und des lialh die Kremdheit des Christen unserem religiösen K.rhpit und den Kintliissen desselhen auf unsere Mentalität p'Veniiher nichts weiter erstaunliches sei, ist ehenso naheliegend wie 1111 haltl>ar. l'eher den Kntersehied zwischen christlicher uml jüdischer Krömmijrkeit kommt kein ehrlicher Denker und l’syrholnp• hinaus. Der fromme Christ kann — um gleich auf da* hier K.ntseheidende ein zupdien Chiistentum und Deutschtum ohne /.wan^r vermählen, auch wenn er sieh des Christentums als einer uhcrrapMidi-n l.e• liensmaeht hewussi ist. Denn so fromm er alieli sein map so ist er doch innerlich troh. dass der Ans|>rueh der Kelipon aut Alleinherrschaft im Lehen des Kinzelnen und!les Staates zupiiisicii des