Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 2 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 welcher wir uns diesem Gesetze ewig unterworfen tnhl**n. Wir müssen im« klar n1:1t*h«*n. dass wenn Abigajil 7.11 David sa״ :!■״Die Seide iiii'ines Herrn wird im Hunde des Indiens bei deinem Gotte gebunden sein•• Sam. I. 2f>. 2!) wir unser Denken so lange zu erzielien und iiinziiformen iialien. Iiis auch wir imstande sind, die Seele in uns als einen Teil des Gottesgeistes, d. 11. als ewig, als unsterlilieh zu liegreifen. Wenn es wahr ist, dass unsere Seele von tiiitt stammt, dann kann sie nielit vergänglich sein. l'nd wenn es wahr ist. dass (intt gerecht ist. dann kann die HotViiung auf eine jenseitige Belohnung der guten und einer jenseitigen Bestratung der hösen Seele nielit Idos eine schillernde Blase sein, die vergeht, sobald der Hauch einer nüchternen Krkcnntnis sie hestreicht. Wir sehen im Weltkriege lieides, das (inte und das Böse, in unerhörten Dimensionen sieh aiifreeken. Kine unerhörte Liehe und ein unerhörter Hass ist in diesem Krieg entstanden. Nur ein wirklicher. IcTiendiger. persönlicher Hott kann hier nach Gebühr belohnen und hestrafen. l ud wir müssen uns teruer klar machen, dass zum Begritf der göttlichen Allmacht auch die Möglichkeit einer sicheren Vergeltimg des Bösen gehören muss. ..Bedenke, heisst es in den Sprüchen der Väter (IV. 2!•), dass alles im Jenseits nach (iehiihr erwogen wird Lass dich von deinem Triebe nicht mit dem Gedanken eiiisclilä'fern, dass das Grab eine Zufluchtsstätte für dich sei.‘‘ Nichts demoralisiert die Menschen so. wie die Voraussicht eines völligen Anthörens alles organischen Seins, w ie die Spekulation auf die alles verwischende und in Vergessenheit tauchende Allgewalt des Todes. Wer das Lehen als ein früher oder später schrill ahbrechendes Tonstück empfindet, wird sich in ein ganz anderes und /war minderwertiges Verhältnis zu ihm setzen wie Jemand, der im Diesseits nur die Aniangs.accorde erblickt, die sich zu voller Tonstärke erst im Jenseits erlichen, denn seines Lehens ganzen Zweck wird er lediglich darin erkennen, das liieniedige Lehen möglichst gründlich ans/.uhenten. aus/.ukosteu, in die Kuge seines persönlichen Seins ein/ufangen Kr wird skrupelloser leben als Jemand, der an die l'.w igkcit des Lebens glaubt Kr wird weniger Bedenken haben, auf .fhwege verbrecherisch abzuglciten, als Jemand, der die 1‘tlii 11t der Verantwortung, die seiner im Jenseits harrt, zum