Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 2 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 eine ul* unstotTlieh d. h. als unsterblich vorausgesetzte Seele unsterblich istV 0111־»* ich einmal zu. dass in mir eine Seele mul »lasdiese Seele unstotTlieh ist. daun ver/.iehte ieli gerne auf »las gutgemeint»־ apologetische Geschenk. »las sieh mir in dem Nachweis ihrer l’n«terhlichkeit präsentiert. Wer überhaupt verspürt in Kriee«- /eiten n<><-h jenen leidigen Drang, religiöse (iewissheiten logisch unt»־rhau»־n y.u wollen! Wer im Oranatenungewittcr steht «der als I*ah»־in1 genug Kinfühlungsvcrmng<n besit/.t, um die gewallten Se11sati»»nen eine* zwischen heben und Toil schwebenden Frontsoldaten naeh/.uemptinden. wer an »lie grausigen *,שדע ”ג״־א- Kufe »lenkt, unter welchen unsere armen (ilaubeu*gen»»ssen. die als Väterchens liebe Juden für die Befestigung des Moskowitertnm* kämpfen müssen, in den Todesschlund der masurischen Seen versanken, wer sieh das /.ehrende Heimweh, die Todesmnttlieit, die Sehnsucht nach Kühe und Frieden vergegenwärtigt, die bei allen Bet»־uerungen mannhaften Durehhnltcns bis /um endgültigen Sieg»־ nicht zum wenigsten in tlen Keilten unserer Feinde herrscht — wen mit einem Worte in diesen unglaublichen Zeitläuftender Menschheit ganzer Jammer erfasst hat. der hat heute wetlcr Sinn mich Zeit tiir ein grämliches Zweiteln an Dingen, deren Dasein logischen Kalküls d»t»׳h nie und nimmer aus dem wärmeren (ie- Iül1lsb1־reiche des menschlichen Herzens v»־rbaunt werden könnt»*, »ler wird heute tiefer als je überzeugt sein, wie alles F.letid der »Itesseitigcn Welt nur aus der Zuriickdrängung »les Geistigen, Seelisclien. Göttlichen aus dem Streben und Zusammenleben der Men- '»•heu und Völker stammt und wie all der Jammer, der zur Zeit »lie 1׳ur11päis<׳lu־ Welt belastet, sicherlich hätte vermieden werden können, wenn all die jenseitigen Ahnungen. H»»lfnungen und rcligiösin Knmtionen. »lie das Wort ״Seele“ umfasst, »len Inhalt des• '•■11. was man unter europäischer Kultur versteht, so wesentlich bestimmen würden, wie die auf die Krtbrs» liung untl Bezwingung »les Diesseits gerichteten Ideale einer bei allem idealistischen •*»‘tue »loch durch uu»l durch materialistisch gesinnten Welt. I'nter all den jugendlich frohen Menschen, die da seit nunmehr ändert halb Jahren aus detu liebevoll umhegten Bereich ihrer Kindb» its- und Jugendträume in Tod und (»raus liinausgezogen >1ud unter dem Klange von Soldatenliedern, »lie mit ihren halb