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Jüdische Monatshefte · 1916-01-01 · 2 (1916) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
3 (1916)
Issue
2 (1916)
Date
1916-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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34 'dir* Socio eingcsehaufelt wird, wenn das Bewusstsein vom Jenseit» nicht Mos als poetische, stimmungsvolle Phrase in unserer Plian tasie, sondern als stnl/.e, dureli Gottes Autorität gestiizte und ver bürgte Wahrheit in unserem Iler/en loht, warum sollten wir da nicht die (iestorhetien heneiden statt sie zu beklagen, warum sollten wir da den Tod nicht als beglückende Frlösung von irdischer Mühsal emptinden und feiern dürfen V Ko-tlos können wir diesen Widerspruch nur lösen, wenn wir das Lehen vor dem Tode nicht nur als ein Recht, sondern mehr uocli als Pflicht begreifen. Wir müssen hierausharren, solange cs geht. Wir dürfen das Diesseits nicht freiwillig mit dem Jenseits vertauschen, l'nd wir müssen nicht Idos lohen, wir müssen auch gerne lohen. Wir müssen das Lehen liehen. Wir müssen am Indien hängen. Wir müssen das Zusammenleben mit unseren Angehörigen als Glück empfinden und den plüt'/.lichen Ahhruch eines Lclien-Iaufes als strafenden F.ingritf der göttlichen ד־ה הדין beklagen. Welch schönes Jenseits uns auch immer hevorstchen mag, so mtissen wir uns doch auch mit dem minder schönen Diesseits so fest und innig verwachsen fühlen, dass «■in Aul'hürcn des irdischen Lehens auf unser Gemüt immer wie eine schmerzliche Katastrophe stolzeren Triumph.*als in der Tliräne. die wir über den Tod eines im Tode zu jenseitigem schönerem Lehen erwachten Nehcnmensehen weinen. Weinen dürfen und sollen wir. doch niemals verzweifeln. Denn mehr noch als in Friedenszeiten bietet im Kriege der (Haube au das Jenseits dem trauernden Gemütc Beruhigung und Trost Wie sollen wir es aber antangen, mit unserem an moderner Bilduug gereiften Verstand diesen wundersamen Glauben zu vefeinen > l'nsere alten Philosophen haben sich redliche Mühe gegeben, diesen (Hauben als ein logisches Postulat zu erweisen F.s gioht für die l'nsterldichkeit der Mensehenseele einen ontologischen Beweis einen theologischen Beweis. einen moralischen beweis, (*inen his torischen Beweis.- Gehen wir sic einmal in raschem Fluge durch Schon Plato hat in seinem Phiidon die Fusterhliehkeit otito logisch zu beweisen gesucht. Sterben können nur *tolllicht Ding! Die Seele aber widerstiebt ihrem uiisterhlichen Wesen nach der durch den Tod bewirkten Auflösung der Teile. Was sollen wir mit diesem Beweise snfangen? Bedarf es eiues Beweises, dass

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