Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 12 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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388 zu enge waren, welche uneingeschränkt erobernden Schritte« die Erde durc hnicssen, aber es sind eben Getulde des Sterbens. Denn es Iriiit ihnen eiin•», die aus Gerechtigkeitsgefühl ge־ borene Liehe. nieht ein unklares Gefühl etw:1. das heut•■ giebt. morgen tötet. sondern die Lieh«, welc he •ich צדקה nennen darf. Solche Liehe bewährt «ich zuerst in der Erkenntnis, dass alles Gm der Erde, in freiwilliger Hingabe gespendet, zu einem Heiligtum umgeslaltet werden kann, da«« im schwanken Zelt, von Menschen■ haad gefAgt, im frohen Schmuck von Mensc henhand gewcaht. Gott wohnen kann. Wahre Liehe adelt irdisches Gut. wahre Liehe löst ein Recht anf's Leben aus. Ist es aber einmal ״«stattet, dass die Kinder sterblic her Mutter mit freiwilliger Spende .ein Heiligtum errichten, so ersieht sich ihnen der richtige Standpunkt zu ihrem Besitz. Sie beleben ihn und dadnn b auch sich So gewann Israel das Höchste•; es war >tol/ daran(. Gewänder wehen zu dttrten. welche Priester umhüllen sollten. Das war ein demütige« Bekennen zu <1 Tatsache, dass dem Menschen mich Gottes Fügung eine Autoritä, gesetzt sei iu Menschen, gleich den anderen von uterhlichen Müttern geboren, gleich den anderen wirkead im •ugbegrenr.ten Kaum zwischen Wiege• und Sarg. Durc h dieser Priester Hand_ging der höchste Ausdruck der Liebe des Volke•, das Opfer. Darin auch liegt da« Glück der Menschheit hesehlasscn. I'nd glcicbaam.;11• wollte der Allmächtige diesem ge• waltigen Auftakt hingehender Liebe einen Widerhall geben, hat Kr gestattet, dass der Priester einmal im Jahre zur Sühne de.« Volkes in• Innerste de•• Heiligtums gehen durfte. Sühne aber überwindet den Tod. Sühne heisst Leben. In diese■ schlic hten Gedankengang «lichten die Alten in trüben Zeiten an den Fast- und Mu8«tagcn der r“r :,״בבי" sich der trüben Ahnungen de» langsamen Sterbens zu erwehren. So harrten sie den Grü««en des Frühlings entgegen; er wird kommen. P. K.