Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 12 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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386 So etwa würile moderner |{ati!.nnlisnius dem alten ״Volksglauben“ eine Begründung geben Ini ,שלי‘־ inte aIl<*r<linjtk anders zu lenen. -Atiein gehen—wir van der (jucllc dieses Braue lies alter 7.u seiner inneren Begründung Was lehren uns im grossen (lesamt- Bilde diese acht WochenalmehnitteV Es giebt einen Weg der Busse, der sehlinim und dornenvoll ist, eine Welt von Beiden, harte Zwingherren. grausame Frohnde, — ein Mild des Kxils in Aegypten. Mensehenreehte eine leere Phrase, oder doeh nur Mir die Herrschenden vorhanden. Menschenlehcn ein (Jegenstand des Spieles, oder in die luteresseu mühelosen Erwerbs der Besitzenden gezwungen. I)a kann es sein, dass die (Geknechteten, die Enterbten stumm werden, stumm und dumpf; es kann aber auch sein, dass selbst in diesen zeripiälten Seelen das Beid erhebend wirkt und dass aus all diesen dumpfen Arcorden eine rauschende, woltcrschntternde Symphonie sieh gestaltet, also wie es war iu jener Stunde, da ein ganzes Volk aus harter Arbeit heraus zum Ewigen ri׳ (*. Ein solches Volk kann nicht untergehen. Ein solches Volk mag Stauden haben, wo es selbst göttlichem Trost unzugänglich zu •ein scheint. Aber das Nichthü'reu auf die von Moses an Israel gebrachte Botschaft hatte — wir folgen dabei einer tiefen Deutung ־*•TneiT alten Weisen noch einen andern (Jrund. Pas Volk war auf dem Wege zur Selbsterkenntnis; es sagte sieb, wir haben die Erlösung noch nicht verdient, wir wollen weiter leiden, weiter dulden, bis dass wir uns der Erlösung würdig fühlen. Moderne Beglücker würden das (Bdus-Stimmung nennen. Und doch liegt in diesem Warten-wollen, in diesem Warten-können die Blüte der Umkehr, die Bebenskraft Israels. Besonders iu katastrophalen Zeiten, wie sie zu erleben der Allmächtige uns bestimmt hat, muss es sich erproben, oh nicht in einer verzweifelten Anstrengung der Ungeduld alles, was Jahrtausende erduldet nud erkämpft haben, als wertloses Gut einem Augenblickserfolg preisgegeben wird. Unsere Ahnen in Egypten verstanden die Kunst des Wartens; als sie dann vom Tode des Volkes zum Beben desselben herufeu wurden, da trat an sie die gewaltig!• Frage, ob sie dieselbe Kraft des Wollens auch in den Dienst freudiger Bejahung stellen wollten. Und so zeigt ,uus denn בא in einer Fülle von (Je- und Verboten das grosse weite Feld, auf dem das Bebeu sieh betätigen, das