Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 11 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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358 Haskalali') brachte. Aus jenen Zeiten entstammt jene ausgesproehen.1 Intransigent, in welcher die westeuropäische Orthodoxie einen Hoffnungsanker für die stetige Regeneration erblickte. Kralt dieser Eigenschaft hat die osteuropäische Judeuheit ja dem Ansturm widerstanden, und nun erhebt sieh die Frage, die heisse, brennende Frage, wie wird die Auseinandersetzung sieb abspielen, welche den Ostjuden jetzt bevorstellt. Wenn alle die Schranken gefallen sein werden, welche bisher die jüdische .lugend von den sogenannten Bildungsmöglichkeiten fern gehalten hat, wenn die Jugend selbst ihre Eltern und Lehrer bestürmen oder gar verlachen wird, wie wird es dann sein? Denn es ist jeden! Einsichtigen klar, dass schon allein die ausschliessliche Bewertung des nationalen Momentes, zu welcher in den jüngaten Jahren die Jugend geleitet wurde, das Religiöse zerstören musste. 80 hat sich denn tatsächlich eine breite Schicht rein national denkender jüdischer Kreise gebildet; io Abwehr gegen diese Schicht hat sich einerseits die innere Vereiniguug der Misuagdim und der Chassidim vollzogen, entstand andererseits das unnatürlich(‘ Bündnis zwischen den Chassidim uud den religiös zum mindesten indifferenten Assimilauten. der sögenannten ' ‘ renden Schicht. Man mag nun über dieses Wahlhimdnis denken, wie man will, eines hat es jedenfalls gezeigt: Jene Trömmen Ostjidenkretse sind gar nicht jene Quietisten, welche mit verschränkt(‘» Armen Zusehen, wie man ihre heiligsten (Jäter zerstört; sie wollen auch nicht ausschliesslich Objekt unserer Experimente sein. Das ist sehr verhcissungsvol). Wir vertraten ja immer die Meinung, dass wir in dem Kampf um das Erbgut unserer Religion, wie er dort im Osten bevorzustebcn scheint, hochstens als Hiltstruppen in Frage kommen. Die Führung muss den bisherigen Führern des Ostens überlassen bleiben. Wir können nnsere Bereitschaft erklären, müssen uns aber sehr hüten, etwa aut (!rund der allgemeinen politischen Konstellation uns aufzudrängen. Denn nie darf vergessen werden, dass es sieh da um ,ד'נ* נפיצי־־ bandelt. Es würde eine unbegreifliche l’eberscliät/.ung unserer religiösen Er- ') Man vereteht darunter die Bewegung, welche etwa gleichzeitig mit der Meinlelss'dinsclicn Zrit die Religion der Wi»*cnsch*f't und der Kultur des ls 19 .1:1 hili 11 >lorth 11nler<>r1l11ele. in dar .,Lernen“ der alten /.eil die Methode zu liiingen veriuehte. welche sie Hlr wisseiinehaltliche Kritik hielt, <1:1 h religi׳ ose Lohen uuter l’rtasgiilie vieler Nnruien mit den Anforderungen des Augenblicks iu LinM&ug zu hringeu versuchte. 999