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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 10 (1915) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
10 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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347 und muss, in Feberwindung dos Egoismus der innerstaatlichen Wirtschaft, deu Staatenhund lierbeitühren. dessen er selln r notwendig zu seiner Ergänzung lu-darf, dar ihn nielit atifheht, ihn nicht seiner Eigenart beraubt, sondern in dem er sieh ganz im t•egenteil erst vollends ausleben kann. So ist das Deutschtum mit seiner Idee der Menschheit, die es allein nicht als Phrase im Munde tiibrt, sondern in seiner Ethik wissenschaftlich radiziert hat, der Vorkämpfer jenes am Ende der Tage winkenden Zieles der (•eschichte. das die Propheten des Ju dentums mit ihrem Flammenwort verkündet, das die Märtyrer des Judentums mit ihrem Herzblut beglaubigt haben. Was das Judentum glaubt und Imtft. das beweist das Deutschtum und führt es durch die Tat herbei. — — Dies ist in gedrängtester Kürze, unter Ausseraebtlassung mancher recht interessanter Abschweifungen, der (iedankengaug des zweiten Teiles der Cohenschen Schrift. Was ist davon zu halten? Da will es mir nun scheinen, dass sieh viel Wahres und viel Falsches in seltsamem (iemenge vnrtindet. Die persönlichen (Irenzen des Juden Cohen treten gar störend hervor, w;ährcmk sein.— echtes jüdisches (ictiih I ihn immer wieder!las Richtige trellen lässt. Zunächst und vor allem: Welch geradezu komisch anmutende Feherschützung der jüd+schen Keformheweg ung! 1.11 gestehe offen, dass ich gerade bei Cohen hiervon aufs peinlichste überrascht bin. Wie? Abraham (Seiger Erneuerer und Mehrer des Judentums? l’nd die ..moderne Wissenschaft־‘ des Judentums mit ihrer faden Philologie und ihrer langweiligen Desebiehtsklitterung. sie. die es glücklich tertig gebracht hat, das lebendige und Leben spendende Wort des Herrn als toten Buch, staben in ihre Netze einzufangen, die gerade soll einen dem Deutschtum zu dankenden unermesslichen Fortschritt bedeuten? Aber ist denn ('.dien, der immer nur von deutschem Judcnt 11 m spricht, vollends blind gegen den Stand der heutigen, au der Reform orientierten deutschen Judenli e i t? Blind gegen deren offensichtlichen Zerfall, blind gegen ihre geistige Armut, gegen die Dekadenz ihrer Führer, die völlige Indifferenz ihrer Gemeinden, den Kulturskandal der Richtlinien, die Würdelosigkeit ihres -A'siuiiluuteutuuiv blind auch gegen die geschichtliche Stellung (ieigers, der ein \ erschien-

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