Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 8/9 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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304 lieber Kultur standhalten können? Spricht nicht «Ins Vorbild di r deutschen .Inden eine beredte Sprache? Und den deutschen .luden ist doch die deutsche Kultur nicht über N'aeht gekommen? Sj! hätten iiuuierhiu Zeit gehabt. seelisch sich einzutiigen dem \eticn. All/.nneuen bewusst die angestammte Kigenart enlgegenzuhalteii' Aber du• .luden l'nlens sehen sich pI• t/.Ii«׳h von russischer Knecht schalt befreit, sehen sich plötzlich westlicher Kultur Aug in Aug gegenüber - — und ihre (iemeindcverfasMing wankt — ihre an gestammten Führer sind vielfach zersprengt — — : wie wird c> nach Jahr und Tag um Polens (■eset/.estreue bestellt sein|? Bricht auch um die hehre Nacht herein? Ist es der Anfang jenes Kndes unsäglich trauriger Verheissung. wonach die hehre hr!sr.Ti+ vergessen wird? — — Um eine teure HotVnnng sind wir ärmer. Auch dem Zentrum der europäischen (!esotzestreuo ist es nicht vergönnt, ohne Kala strophe m die westliche Kultur hineinzugleiteu. Und wir fürchten — — wir fürchten —: dass die Katastrophe Polens alles hinter sich lass!•״ wird, was unsere Väter trauernden Auges im Westen erlebt'haben, («oft schütze l'olens (iesctzeslehrcr. Kr erhalte sn■ den Ihren und uns. Krhalte sie und ihre Frauen und ihre Kind׳ ׳ lind ihre Schüler und die Schüler ihrer Schüler, überall da. wo sic weilen. — — Kr gebe ihnen zur Hinsicht, die so überreich In• diesen Begnadeten vorhanden, auch den Mut der Kntschl״ssenhei1 die Fülle der Tatkraft, die Märke des in der hehre wurzelnden Selbstgefühls, aut dass -ie gleich einem unerschütterlichen Ihuntn der Zeitenflut sieh entgegenstemmon und um die Falme der Treu׳ alle (leister scharen, denen politische Freiheit nicht der (lütte höchstes, Judentum kein (legenstand des Schachers ist. Sie, nur sic allein, getragen vom Vertrauen der Volksgenossen, könnten in. Stande sein, Polens (lemcinden in die neuste Zeit hinübcr/.ulcit׳ K׳iu Ausscnstehender vermag es. So gewiss es unabweisba!׳׳ I’tlicht der deutschen Orthodoxie ist. in einem Augen1 lick. c. ׳ I )cutschlamls «Feldherr als oberster Befehlshaber in Polen steh, mit allen Mitteln die Fühlung mit Polens Juden zu erstreben, ihm n nahe /.u sein in der Stunde ihrer Not, ihnen Teilnahme zu zeig ח in einem Augenblick voll unermesslicher Schicksalsschwere, uud ' r allen! als natürlicher Vermittler zwischen ihnen um! der deutsch