Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 8/9 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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290 im risprung durchaus verschiedene Bedeutung haben : r"~: «ml "ג•־. Wir wollen »קייי־; ruit Sauberkeit. ט־.“־ mit Reinheit über setzen, obwohl sich aueb im Deutschen eine scharfe Abgrenzung dieser beiden Begriffe nicht immer durchführen lässt. Für Sauber keil können wir auch |{einlicbkeit sagen. Wer ist nun reinlieb und wer ist rein? Reinlich ist Jeinaml. der seinen Körper der von der Hygiene geforderten Behandlung unterwirft, ihn sauber hält und auf ein gefälliges Aussehen seines ganzen äusseren Iclis he* dacht ist. Als rein werden und wollen wir erst Den bezeichnen der neben dem Körper auch die Seele pHegt, der nicht Idos aut die Vorschriften der Hygiene und Kosmetik hört, sondern auch für die Gesunderhaltung seines inneren Ichs. liir ausreichenden Schutz seiner geistigen Persönlichkeit sorgt. Keiuliehkeit ist ein schwankender, wandelbarer HcgritT. Ks giehl eine lieschichte des Badewesens, die uns erzählt, dass die Gepflogenheit des regelmässigen Badens in alter /eit eine nur bei Wenigen heimische l.uxusübung war. Auch die Sorge liir frische l.uft in den Wohnriiimien hängt mit den Frkenntnissen unserer heutigen Hygiene zusammen. Der Salon der Königin Klisabetli war so schlecht ventiliert, dass kein moderner Mensch sich darin hätte aufhalten können, ohne ohnmächtig zu weiden. Auch heim Waschen der Wäsche war man früher nicht so gründlich wie heute Daher meint di r Verfasser des;עייך -*«'■ח in seinen Bemerkungen zu .l״re Den Kap.!90. dass alle Vorschriften, die sich an den Nidda ■*»♦»a ausgesprochenen(Jrundsatz lehnen, wonach bei gewöhn liebem laugelosen Waschen da» Schwinden eines כהי nicht :1117.11׳ nehmen sei. heute fortfallen, weil die Art und Weise, wie heute das gewöhnliche Waschen mit Seife geschieht, weit gründlicher sei als die von ehedem Während die Keinlichkeit dem Wandel der Zeit unterworfen ist, erscheint die Reinheit i״׳. Sinne des .liidentuins als «‘in fester, wandelloser Begriff. Sie gehört zu den <Jegenständen der göltliehen Offenbarung. Sie ist eines der Ziele unseres Streben» nach sittlicher Vervollkommnung Dieses Ziel ist nur durch ein vom Gottesworte geregeltes Leben zu erreichen F.s lässt uns nun tief id das Wesen (fieser Reinheit blicken, wenn wir im Religinnsgc setze gewahren, wie daselbst einer grundsätzlich verschiedenen