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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 8/9 (1915) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
8/9 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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wie ein rasender Sturmwind .ergriff, um ihn aus ruhigem Behagen in eine Stimmung voll schauriger Grösse und ängstlichen Zweifels /u sehleinlern. und dann später die einzelnen Ftappcn im Kriegsgesehiek unseres Vaterlandes, eine Kette von herausehenden Siegen und dämptouden Kiickselilägeu, die Kmherung Belgiens, Nordfrank• reielis, Polens, der Knckzug an der Marne, der Kusseneinhrueh in Galizien und ihre Verdrängung daraus, d eses ganze hunte Durcheinamler von Freud und Leid, von Fahnensehmiiek und Blutgeruch, von dekorirten Soldatenriieken und zertet/.ten Soldatenleihern wir werden dieses entaet/liehe Jahr unser lehenlang nielit vergessen. . Niemand ist unter uns, der an den hohen Festen nielit für irgend Jemand zu heton hätte. Mag es der Sohn, der llrüder oder .gilt sonstiger Verwandter sein, in den Gelitten des jitdisrhen Jahresheginns wird sieh in diesem Jahre tmisondtneh verstärkt das allejüdische Leid um lindernden Trost zum Allerlmrmer wenden. Denn gerade in den Bezirken, wo die jüdische Bevölkerung am dielitesten wohnt, hat dieser Krieg am furehtharsten gehaust. Denkt darum, wenn ihr hetet. nielit Idos an Flieh lind die Kuren, denkt aiieh au eure galizisehen und pnlnisehen Bruder. Denkt teruer nueli an das heilige Land. Das Banner einer uns befreundeten Maelit heschützt die Stätte, wo die stolzen Krinneriingen unserer Vergangenheit begraben liegen. I’ns deutsehen Juden ist das Glück besehie• den in unserer Palästinaliehe religiöse Andaeht mit patriotiseher Treue zu vereinen Andiiehtig kann nur der Beseheidene beten. Fs muss aber sehmi Jemand von krankhaftem Dünkel besessen seiu, wenn er im vergangenen Jahre nielit bescheiden wurde. Gewiss haben wir auch Grund stolz zu sein, wenn wir an die Fülle der deutschen Frfolge in diesem Kriegsjahr denken. Was deutscher Waffcutrotz deutsche Schöpferkraft, deutscher Ordnungssinn in diesen zwölf Monaten zuwege brachte, das ist die gewaltigste Frfiillung ׳ססן•« Bihelwortes. mit welchem Gott die Frde zum WirLenshereieh der menschlichen Intelligenz, erhöh: l’nd lie/wiuget sie! Gleichwohl sind wir uns hierbei der Grenzen menschlicher Kraft mul inenseh- .liehen Sehvermögens deutlicher als je bewusst geworden. Die Ordner des Keld/.ugsplanes, die Kegler der Schlachten, die Ge•

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