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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 8/9 (1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
8/9 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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266 Aber auch aus anderem («runde täte man gut daran, den von Leid (ielroffenen mit solchem Trost zu verschonen Nicht soll das Einzelleid an Tiefe und Berechtigung einbüssen, auch wenn ihm das überwältigende Weh einer ganzen Welt gegenübersteht Wollten doch jüdische W’eisen uns gerade das Bewusstsein der dem Einzelleben innewohnenden Be• deutsamkeit wecken, wenn sie uns hinhorchen lehren auf den Schrei, der die Welt von einem Ende zum anderen durchzitterl in dem Augenblick, da die Seele eines Menschen aus dem Körper scheidet (B. Rabba K. 6), — denn wer möchte ermessen, was ein Einzcllehen der Welt bedeutet! L’nd so lange es nicht gelungen ist. den Sinn des Lehens restlos, zu ergründen, so lange vermögen auch Menschen die Bedeutung nicht zu werten, die das Leben des (i •rechten lur die Welt besitzt, dessen Tod zu verkünden 'יקר כעיני ה selbst dem Weltenschöpfer so unsagbar schwer fällt. Jüdische Weisheit gebietet daher, warnend den Zeugen, die sich mit ihrer Aussage gegen das Leben eines einzelnen wenden, zu vergegenwärtigen (Sanh. 37 a), «dass—die Vernichtung auch nur einer jüdischen Seele der Vernichtung einer ganzen Welt gleichkomme*, und dass jeder einzelne im Hochgefühl der ihm von («ott erwachsenen Menschenaufgabe Berechtigung und Verpflichtung besitze zu dem stolzen Wort ״um meinetwegen ist die Welt erschaffen worden* — sowie sie in Anlehnung an das singulare ונפל טמנו רב (Ex 19, 21 Mcchilla das.) in dem Fall eines יחיד, eines einzelnen, היי הוא כנגר כר כעשה בראשית den l’ntergang einer ganzen Schöpfungswelt beklagt! Jüdischer Trost will weder Resignation erzeugen, noch geht er darauf aus, die dem Schmerz innewohnende Berechtigung zu schmälern. Jüdische Tröstung erstrebt נחכה. R. Jochanan b. Sakkai war der Sohn gestorben. Die Schüler wollten ihn in seinem Schmerze trösten. ״Hat’ni ht auch Adam sein Kind, nicht Ijob seine Kinder verloren, nicht Aron seine Söhne, nicht David sein Kind beweint, und sie alle haben sich getröstet“ <A d. R. N. 14). .Habe ich nicht an meinem Schmerz genug, wozu mich noch an den Schmerz

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