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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 7 (1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
7 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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22« liir den Eliten (״■ixt unseres Heeres, dass Kameraden sowie Vorgesetzte in ihren Berichten an dit* Anverwandten der auf dem Felde der Fhre (ieldiehem׳n stets, wenn irgend möglich, auch über Itegrahen and Grabexxtätte heriehten. l'm so schmer/.licher ixt ex, wenn dax Basen dex Kampfes das let/.te Werk der Liebe nicht gestattet. Dax ist xielleirht die schlimmste Verletzung der Men• schenwürde, wenigstens nach der Auffassung. welche unsere Pro-!dielen vertreten (•/gl Jcsaia I.XVI, 24, Jeremia VIII. 2. IX. 22 u. a.) Wer irgend nur die zarte, keusche Lichentätigkcit kennt, mit weleher indische l.ehensanxehaaung und jüdische Beligionsvorschrift die Leiche bis /.ur letzten Scholle umkleidet, die den Sarg deckt, der wird dieses Km|dindcn restlos verstehen, der wird auch bcgreiten. welch ein Fest ex für die llinterhliehenen Bethars war, als es ihnen vergönnt wurde, ihre imXampl gebliebenen, von entmensehten ivcgtone»-4mx1d1and,dlej1 Toten zu bestatten, in heiliger Krde za bestatten; ex war die Befreiungxstun3e~def~gekTÜ11kten- Menschenwürde. Warum aber die Verbindung mit dem (Jebete dex Lebensgenusses> Nun, meinen die einen, dax solle ein Memento sein an die tiewalt. ilie zwischen Lippe und dem Band des Kelein s schwebt Wir glauben das nicht, das wäre nicht die Art unserer Weisen. Alleiu, da ist noch ein wunderbar tieter Gedanke, der uns belehrt, wie sorgsam wir den Willen unserer alten Weisen beobachten sollten; auch diese wussten, dass letzten Kudcx die Ernährung des Menschen auf einer Zerlegung, auf einer Zersetzung der Störte liTubt; Stoffwechsel ist wohl der allgemeinste Ausdruck hierfür. Sie wussten auch, dass es sehr enge Grenzen giebt. ausserhalb derer diese Zersetzung krankheitbildeud zur Fäulnis wird. An diese wunderbar!• und doch durch geheiuinixvollr Grenzen in verschiedene Gebiete, zerlegte Kinheit wollten sie erinnern und so!len Iteter zu der dcmutxvollcn. dankbaren Krkenntnis bringen, welch ein Wunder sich alltäglich in der Frnährung vollzieht und welch heilig!• Biickxicht auf!las Gefühlsleben des Men- '!,heu darin liegt, dass der Zerfall dem Auge entzogen bleiben soll. F.x ist immer!las l'nddem der religiösen F.rziehuug, dass sie einer Zeitstroiniing gegenüber, welche das Wunderbare zur Alltäglichkeit stigmatiticrt, ihrerseits!lax Wunderbare in der Alltäglichkeit herj tnrheht und so!|eu ganzen Begriff der Alltäglichkeit tilgt. Nichts .Alltäglicheres“ wie die F.rnährung und gerade damit soll das

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