Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 6 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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202 anderen (Jebiet«• gelegen haben. («rade auf «lies«• Motive 11 ml Kndzielc kommt es liier auch so sehr an. Nirgends zeigen sich in so eklatanter Weise die unterschiedlichen Kolben zwischen geistigen und politischen Beweggründen. wie gerade hier. Ks handelt sich nämlich in iinsereui Kalle um die enorm wichtige Frage, oh die gesamte Bevölkerung Palästinas dem (Jlauhen der Väter untreu Geworden ist. oder, wie es sich aus den Forschungen des ..Dorotli llorischonini‘• im Abschnitte iiher die Hellenisten und Sadduzäer') ganz von seihst ersieht. Idoss ein kleines Häutllein. während die weitaus grösste Masse des Volkes der althergebrachteil geheiligten Lebensweise unerschütterlich treu blieb. Sämtliche (!«•Hchichtssehreiber huldigen der Auffassung. dass der jüdische Helleiiismus. wie er sich nach seinen äusseren Ausdrucksforiuen zu erkeiiuen gieht. eine (Jeistesbewegung sei. welche das klar nm- 'chriebene Ziel vor Augen gehabt hätte, die enteil Fesseln der jüdischen Keligmu zu sprengen. Die Voraussetzung tiir, diese Beumgung war natürlich, nach Ansteht dieser—(ieachiehlsselireihef.^ die hellenistische Weltanschauung, welch•• damals im Orient tiefe Wurzel gefasst hatte. (Vgl. I>r. S. Halevv ..Ist der Name .,.Midischer Hellenismus•' berechtigt V im .lalirbuch der Jiid. Lit. (Jes. IX). Die Sehliissfolgerung. welche die geiiannien (ieschichtsschreiber aus ihrer Auffassung ziehen, ist die. dass damals die gesamte Hevölkerung Palästinas dem Judentum den Kücken gekehrt und sieh dem Hellenismus in die Arme g worlen hätte. Manche werden erstaunt tragen : woher denn eigentlich die Kcrechtigung liir diese weitestgehende Schlussfolgerung':1 |)ie Antwort aber lautet ebenso einlach, nämlicb : wo den Beweis für das liegenteil hernehinen'} K» liegt ganz klar auf der Hand, dass eine religiöse Bewegung, die die Macht besitzt, nicht nur eine Mindeiheit in einem Volke, sondern auch ein ganzes Volk in ihren Strudel mit fnrtzureissen. wie wir es heute in Deutsehland unter!len Juden selbst linden, dass sie /um grössten Teil dem Judentum tremd gegeuiiberstehen. l’iid wer bürgt uns dalür, •lass sich nicht damals in Palästina der gleiche, für die Jiidenheit tietbesrhümende l’m/ess abgespielt hat? Cnd mit welchen Mitteln wollen wir Orätz. Wellhausen und Kon sorteu entgegentreten, welche die knust-ipicn/ aus ihrer Auffassung ') s. ..1• II.־־. Il-I. Ic S IVI —gOl II >. Hä* .40<־.