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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 4 (1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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16!) Huden und die begeisterte Teilnahme der dt‘11lM־l1rn .luden daran der mächtigste Heitel zur Ausgabe jener Famle war, die mit Verlaehung alles nicht n u r Schemen im Judentum ,begann und mit Xiederreissung alles Heiligen — ..damit es llacli und eben werde“ — schloss. Ks war kein Zufall, dass gerade in einem Zeitalter, wo Mendelssohn hei einem Wettbewerb um ein |1bib>so|1hisel1es Freiaausschreiben Kant besiegen konnte — ..er hatte von den Hosen der Fhilosophie die Dornen woggehmohen“ die ersten Keime der kommenden .Indentumsret'orm ich regten: auch hier sollte Formschönheit über Gedankentiefe siegen. Von dem Herausgeber dieser Hlätter stammt ein Wort, das mit gedrungener Kraft an die Grundmauern der modernen Weltansehauiing stiisst: Kunst ist "זני■ Wenn auch in solcher Verallgenieineruug dieses Wort lebhaften Widerspruch auslösen mag. jnid /.war aueh in solchen Kreisen, die sich luF gläubig und heilig halten, so wollen wir doch nicht vergessen, dass gerade jener Geist muh Westen;—der es Irllher al*, iter deutsche \erstand, aus der Kunst eine K! ligion zu machen, in seinen Schlusswirkungen auf das Voll* leben mindestens ebenso viel kunstloses זגיי־״ wie ,־”,״lose Kunst erzeugte und daher zu Heginn ihrer bürgerlichen Auferstehung kein schlimmeres Missgeschick den deutschen Juden begegnen konnte, als die fatale Fügung, die ihnen moderne Kultur itus frnuzösischem Fokal kredenzte Wir reden so viel ton russischem Zarismus und sollten mindestens so viel von französischem Kevolutionismus reden. Jener knebelt unsern l.eib, dieser vergiftet unsere Seele. Wenn der Zer- (all unserer Seele uns weniger sebmer/.t, als die Knechtung unseres Leibes, so ist diese seelische Anästhesie der bündigste IVeweis, wie schwer wir seelisch gelitten haben. Wer weiss. wie sieb das Judentum in Deutschland entwickelt hätte, wenn es dem deutschen Geiste vergönnt gewesen wäre, sich unabhängig vom französischen zu entfalten! Fs bat sicherlich seinen Grund in der Frverfassung des deutschen Geistes, wenn für unser Getülil die keusche Reinheit des TI1״rawortes sieh keiner Sprache so ungezwungen anschmicgt wie der deutschen. \ lolleicht ist es das deutsch(‘ Streben nach Verinnerlichung, nach romantischer Heseelttng auch des Leblosen, der deutsche Hang zum Grübeln und Hrüteii, der Krnst des deutschen Forschung*'riches, der deutsche

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