Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Sprache der Bibel. Vortiag ■hi Jüdisch-Wisscnschaftlirhon Jngendvercin-Haniburg v״n Wnhbiner S. I,ö\vv. Hamburg Wenn wir über •lie Sprache*der Bibel sprechen und ausfülircii wollen. wie nachhaltig diese unsere Sprache und unsere Ausdruckaweise 1:ן die .*spräche eines grossen 'l'eiles der Kulturiiienschheit. Ihm inllusst hat. genügen nicht grosse Bände tiet’durehdachter Werke, geschweige denn unsere heutige kurzgetasste Abhandlung. Wir widlen uns heute Idos damit begnügen. in kurzer, leichtgefasster Abhandlung zu zeigen, dass in au vielen, scheinbar gleichgültigen Ausdrucks«eisen dieses Buches der Bücher. Biliel pur exeellence, liele liednnkeii verborgen sind. Sie bedürfen nur—des—wiHtgett־ Forschen*. 11117171 re Indien Hittlir-lM.ii!,ehren, lie.m -siete Indrevidtm -sie—Vs*fsetdnTTettMi zü otlenharen. (ierude in uuserei Zeit tut es doppelt imt. zu zeigen, wie wichtig es ist. die Thora in ihrem’ L’rtexte /u verstehen, denn leider in unseren Iteihen selbst werden ntt Stimmen laut, welche verkünden, die Spruche der Völker, in deren Milt wir leben, sei lur unsere religiöse Forschung. Mir unser <ieliet erwünscht. K* bedarf doch keines gründlichen Nachdenkens, um die Motive der Wortführer dies •r Strömung zu erkennen. Ks ist die Be1|uemliehkeit. Zu lässig, sich der Mühe zu unterziehen, die Sprache des Sinaiwortes sieh eigen zu machen, die Sprache, in welcher ein Ahraham gesprochen, ein Moses geredet, ein David gesungen, ein Jesajas gepredigt und ein Jirmi.ja geklagt hat, zu liis-ig. die Worte verstehen lernen zu wollen, in welchen unsere Väter seit Jahrtausenden zu (iotl geliebt, wollen sie die von ihnen gerade am leichtesten verstandene Sprache zur alleinigen Biclitschnür ihrer Herzensergüsse < <>tt gegenüber machen und ein dent• sehe»., französisches, englisches (ieliethneh. ein deutsches, fran/.ösisehes. englisches und nur kein indisches Jndcntum schallen. Sie ahnen mehl, welche Werte sie aufgeben. um gedankenlose Flitter einzutaiisehen. Hatten doch auch die Weisen den Tag. an welchem die Thora durch die Scptuugitita zum ersteumale übersetzt wurde, zum fast und Trauertag bestimmt, da sie wussten, wie viel Falles und Schönes durch eine l’chersetz.uiig zerstört wird.