Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 2 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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in Hinsicht auf di«* zwischen den Schulen Schammais und HillcN eingetretenen wissenschaftlichen Differenzen ein Fasttag angeordnet worden _sei. Andere (Quellen führen diese Differenzen auf Schammui und IHllel seihst zurück, wieder andere fügen erklärend hinzu, der Fasttag halte sein Motiv in den Empfindlingen, welehe diese Differenzen iu der (iesamtheit Israels auslösten. Diese Erinnerunpen pehen zu denken. Es ist ein himmelweiter l'ntersehied, oli der firund des Fasttapes die Differenzen selhsl waren, oder der Widerhall, den sie hei dem Volke fanden. (Füglich müssten wir da auf die Klippe zu sprechen kommen, an der nach unserer Auffassunp ein put Teil der jüdischen Literatur-Geschichtsschreibung scheiterte; so pewiinne dieser Fasttap schwerwiegende Tragik. Kundige Leser möchten wir auf Eruhin 13h, ('liagiga 3B. Maharselia zur letzteren Stelle. Kasehi zu Kethuhoth f)9a, endlich aut Schein, Einleitung zu tnldns odom, S. 23 a und h mit den dort edierten Autoritäten verweisen . Denn schliesslich muss es ja einmal gesagt sein, und vielleicht gieht die Adarstimmung den richtigen Hintergrund ah, uamentlich. da das Thema in der warmen Besprechung, welche Dr. Boudi unter dem Stichwort Talma und Amora dem Geschichtswerk von Dr. Kottek זיל im Israelit angedeihen licss. bereits berührt wurde. Die Geschichtsschreibung, soweit sie in unseren Quellenschriften berührt ist, steht unter einem Zeichen, dessen programmatischer Ausdruck lautet: יא ■בדי״יה הרא״״ניב די*־,-« ד,אחייניה. iu versteckter Forui, אס היאיג״דס כדיאביב אני בב;י אדס יצי' In freier Uehcrtragung bedeutet das. dass es uns nicht gestattet ist. unseren Massstab an frühere Generationen zu legen, insbesondere auf Grad sittlicher Vollkommenheit, auf geistige Kraft, aut die Fähigkeit, das Tlmrawort zu verstehen und zu erläutern, endlich in Bezug auf die durch ihre besondere Mission als Keligionsgcsetzlchrer ihnen durch den Geber der Thora zuge niesscnen Einsicht, welche die Grenze ' 'er Begabung streift, (vgl. ייצו״ הרין No. 12.1 Man denke auch an die energisehe Art und Weise, mit welcher in der Mischlin selbst deutungsversuche an Aussprüchen verstorbener Grössen auf das Ziel bcschränkt werden לקי'כ ־ב*, סכדיב• (vgl. e. G. N'egaim IX. 3.) Damit i&t freilich eine Art Depravationstheoric gegeben; allein es ist trotzdem ausgesprochen, dass bei gleiche? Intensität selbstlosen Forschem! und ethischer Vollkommenheit auch die Epi- 853778