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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 2 (1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
2 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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36 spenden auch die Pflicht 1•דלוח דנית ליייעיב, an, durch Präsente der Freundschaft der Freunde zu gedenken. Zum dritten soll unsere geschäftliche Tätigkeit ruhen, אץ י1,געית ד״אדר. בפיייס יד, •דעיעזה ״ .כי ד־אכה א':י ייאר, דאי־־ ד'אב־ כיד; ביד־ ־ע-בMan unterlasse das Arbeiten am Purim, die Arbeit an diesem Tage bringt keinen Segen.“ Nur Arbeiten “שא"צ עיין גדל, die den Kopf nicht mit Beschlag belegen, sind erlaubt. V Will man zusammenfassend das Wesen der Purimstimmung kennzeichnen, so wird man sagen können, sie ist ebenso entfernt von ausgelassener Fastnachtslaune wie von der Schwere jenes düsteren Ernstes, der keine Heiterkeit kennt, weil er jede frohe Seelenstimmung mit dem Gedanken ihrer Vergänglichkeit betastet und ihrer darum niemals so recht4 froh zu werden vermag. Es giebt Menschen, die Tag und Nacht an ihr Geschäft denken. Wenn sie aufstehen und wenn sie sich niederlegen, ist ihr erster und letzterGcdankedasGeschäft. Sie werden niemals richtige Purimstim• mung haben. Denn Purimlaune setzt einen freien Kufrf voraus. Dann gieT>TeF־w1eder Menschen, die sich wohl die Zeit gönnen, um fern von Geschäften auch einmal einen Tajf des Frohsinns zu verleben, allein sie wollen an solchen Tagen nur sich selbst gehören und nicht gestört sein durch grämliche Gedanken, die sie Bitten in ihrer Freude an den Ernst des Lebens mahnen. Auch sie werden niemals richtige Purimstimmung haben. Denn Purimlaune setzt ein freundliches Herz für die Freunde und eine offene Hand für die Armen voraus. Man muß schon so sein und so tun, wie der Schulchan Aruch es will, um jene aus trunkener Laune und ernster Würde gemischte Stimmungfzu erleben, die man Purimlaune nennt. Sollte dieser Purim wirklich nicht in das Jahr des Weltkrieges passen? Ich meine, er kommt uns gerade 1915 wie gerufen. Denn^gerade wir Zuhausgebliebenen, die wir so manchen unter uns^haben. der wohl keinen Tornister, dafür aber ein mindestens ebenso schweres Sorgenbündel schleppt, der wohl nicht mit der Waffe, dafür aber mit dem Leben kämpft, der wie ein Kämpfer blutet, ohne je als Held zu sterben — bedürfen in diesem Jahre lines lieben Freundes, der uns unter Lachen und Weinen ernst und heiter stimmt. Eine ungemischte Heiterkeit

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