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Jüdische Monatshefte · 1915-01-01 · 2 (1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
2 (1915)
Issue
2 (1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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35 rausch zu Ausschreitungen Neigende sind von dieser!*flicht befreit. Immerhin kann sich das Religionsgesetz eine richtige Purimlaune ohne Wein nicht denken Ja. wir werden um derselben Stelle die unser gesamtes religiöses Leben geordnet hat, im Namen der Religion verpflichtet, am Puum im Weingenuss ein Uebriges zu 'tun und selbst eine einschläfernde Umnebelung des Bewusstseins mellt zu scheuen Es giebt wenige Stellen im Rehgionsgesctz. wo so leicht Friktionen mit dem Modernismus entstehen, wie hier. Die religiöse!'flicht der l'uriintrunkenheit will den landläufigen Vorstellungen von religiöser Wurde und Erhabenheit nicht recht behagen. Man denke: die biblische Tatsache, dall eine Weinlaun• Achaschweroschs das Schauspiel der Estherrolle schürzte und entwirrte, vermag das Judentum nicht anders zu verewigen, als indem es allen Generationen des jüdischen Volkes Trunken• heit am 14. Adar zur religiösen Pflicht erhebt' Wie weit die shockmg-Empfindung für den Purimrausch als religiöse Pflicht auch in konservativen Kreisen verbreitet ist, beweisen die unglaublichen Estherhypothesen, zu welchen sich vor einigen Jahren ein sonst konservativer Altertumsforscher verstieg. der inzwischen auch in diesen Blättern demaskiert werden mulite. Wir sollten z aber niemals vergessen, dal! dieses degoutierte Sichabwenden von י dem Purimrausch nur ein Produkt lener leidigen Sucht des Um• trisierens ist. dem sich die Thora seit Jahr und Tag unterziehen muH. um unseren ästhetischen!!{־griffen gefälliger zu werden. Es geht nun einmal nicht an. aus der jüdischen Religion ein sublimes Gewebe philosophischer Gedanken zu machen Dagegen bäumt sich die allzu konkrete Handgreiflichkeit ihrer Forderungen auf. die nicht einmal davor zuruckscluecken. die Sensati ״nen der Weinlaune in den Dienst der religiösen Erziehung zu stellen Zu einer richtigen Puriinstiinmung gehören aber neben er höhten rafelfreuden noch drei andere Dinge: eine offene Hand, ein freundliches Herz und ein freier Kopf. Zuvorderst eine offene Hand Wir sollen am l’urim an die \r!ncn denken Ja. wir sind verpflichtet. ב•־. ב:•־.;•־. ־א:":־ב . unsere Hand am Purim mich weiter zu offnen, als sonst im Jahre l nd unser Herz soll am l'unm deutlicher als sonst empfinden. V'ie arm wir ohne Freunde waren Daher reiht sich den Armen•

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