Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 1 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/4900572-5964855-5964891--0510-4901061- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
—'־ נ3 religiösen Anschauungen-wird dem auf dem Felde der Ehre ge- -fallenen Helden eine unvergängliche, dankbare Erinnerung bewahren.“ Herr Oberregierungsrat Gustav Seiler, dessen Tod wohl höchstwahrscheinlich ist. wenn er auch noch nicht so zweifellos feststeht, daß nicht noch ein schwacher Schimmer von Hoffnung bleiben könnte, sah seine Aufgabe keineswegs darin, eine Mittellinie, also ein KompniBixs zwischen Orthodoxie und Reform des Judentums herbeizutühren. Er war vielmehr eifrig bestrebt, Alles, was jüdisches Religionsgesetz ist. zu erhalten und zu stärken, auch den Rabbinern die Befugnisse, die für sie unentbehrlich sind, um ihren schweren Beruf auszuüben, die ihnen nach Verfassung und Edikt sowie nach den verschiedenen Min.-Entschl (namentlich Ziff. 4 und 5 d. M.-E. vom 29. VI. 1863) zukommen, aufrecht zu erhalten Er war ein idealer Referent. Der Gedanke, daß er wirklich gefallen sein sollte, erfüllt uns mit tiefem Schmerze Wir sind ihm dankbar für alle Zeit. Wer aber sagt, er habe eine Mittellinie, ein Kompromiß erstrebt, der hat ihn nicht gekannt. Wenn das übrigens das Ziel der Revision sein soll, so ist sie tot. Eine Revision des Judenediktes, die die Religion zum Kornp r 0 m i ß ge ge n s t a n d machen will, giebt es nicht. Die d e m 0k ra t isc hp01 i t isc he Methode, daß religiöse Grundsätze und Institutionen zum Gegenstand der Abstimmung und des Kompromisses gemacht werden, kann bei dieser heiligen Sache nicht zur Anwendung kommen. Im Uebrigen ist es nicht richtig, daß die bayerische Staatsregierung derzeit mit der Revision beschäftigt sei. Derzeit hat man an anderes zu denken “ Wir kommen auf diese Angelegenheit noch zurück