Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 1 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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verhält es/sich mit Fragen der Weltanschauung um! ReligioiiRpolitik. Das Rind Dinge, mit denen man innerlich verwachsen i-t Hier fühlt man Rieh in Reinem Nerv herührt. wenn man die Wahrnehmung macht, da8R auch hier die Autorität zu testen Formen des Meinen» und Verharren» drängt. Hier lehnt man sich darum im Numen nnvcriiiiRserlicher Menschenrechte gegen den Zwang der Autorität aut, ohne zu merken, wie man sich damit am (!eiste der einheitlichen Thora vergeht. ... ah h) Niemand wird leugnen, dass die Autorität der Kahbinen hei Schul- und Krziehungsfragen nicht gut ausgeschaltet werden kann. KtiensoweTiig kann in Ahrede gestellt werden, dass es wenig Dinge giebt. die dem subjektiven Meinen einen so weiten Spielraum gewähren, wie Rildiingspmbleine. Wenn aber nun doch nicht geleugnet werden knnu, dass eine Hehauptung, auch hier sei im Judentum alles im Fluss, den I ntergang allir festen Feberlieferung im Judentum fordern würde denn wo kämen wir hin. \Venn jede (leneration berechtigt wäre, ein neues jüdisches Schul- und Frziehungsprogramm ailfzustellen — wer säfte da nicht den inneren Widerspruch, auf dem jene willkürliche Finsehränkuiig der rahbiuischen Autorität beruht? In Fragen der Weltanschauung auf der einen Seite die rahhinische Autorität konzedieren und auf der anderen Seite ählelmen. das heisst nichts anderes, als das chaotische Durcheinander, zu welchem die Willkür führt. zum ewigen Normatir in jüdischen־!Fingen erheben. Fnd ferner: auch hei Knt- Scheidungen in Zeremonial- und Uitnalfragen bedarf es eines hestimmten Anschauens von Welt und Leben. Das ,,Paskeneir‘ i»t doch kein mechanisches Tun. das sich nach Handwerksregeln abwickelt. Hierzu bedarf es doch einer Kenntnis von Dingen und Zuständen, die mit verschlossenen Sinnen niemals erworben werden kann. Das ist der zweite- Widerspruch, den sich die Yerkiirzer der rabbinifcchen Autorität zu Schulden ^kommen lassen. ad c) Unwissenheit ist nur dann entschuldbar, wenn sie bescheiden ist und schweigt. Sie wird zum Frevel, wenn sie vor witzig das Wort ergreift. Wer der Autorität der Kabhinen (irenz- Imien zieht, sollte sich doch d<־r ersten Pflicht jedes Wortführers in religiösen Dingen bewusst sein, für die Richtigkeit seines Thuns den wissenschaftlichen Nachweis zu erbringen. Das. aber gerade ist'», woran es fehlt. Man spricht Theorien aus, mit volltönender, verwegener Selhstsichcrheit, ohne sich jemals in den Wissenschaft. 11dien Quellen all<?8 heil Deukens und Meinem«!ungesehen zu 5