Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 1 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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6 Vergessen wir «loch nicht, wie intolerant der Deist des I)e'iimkratisiniis ist. wie er nicht ruht und rastet, his es ihm gelingt. das autoritative Klcment im Staatslehen lahmzulegeu. damit es neben dein Volk'willcii nur ein ohnmächtiges Scheindasein triste. Denken wir an die Vorgänge, die vor Jahresfrist /.um Sie{; des euglist-heu l’ntcrhauscs iiher das Oberhaus lührten. — und tragen wir uns, oh unsere .Orthodoxie. «He innerlich assimilierter ist. als sie vielleicht selher z.ugeben mag, iiher die nötige Dosis — reaktionärer Dcsinnung verfügt, um die vom lieligionsgesctz. normirte \11tnritat der Kuhhincn nicht als Ausfluss hierarchischer Maeütgeliiste /u emplinden? r Wer soll in einer jüdischen Oeineimle zu sa״en halten V l'm diese Kernfrage kommen wir nicht herum. Ks muss doch Jemand da sein, «ler tür den Kurs.der Oemeimie zur Verantwortung gezogen werden kann. Nun ist es eine unleugbare Tatsache, dass in allen deniokratisch organisierten Yereinsgehilden. mag dies nun ein Staat oder rin. Kegelklub sein, sich die Last der \ erantwortung auf die einzelnen Machtgruppen zersplittert und verteilt; dass, mit anderen Worten, in-einer Demokratie für den Deist des Oa11/en Niemand verantwortlich gemacht werden kann. Stellen wir uns nun eine jüdische Oenieinde vor. die das l'riucip der Demokratie restlos in sich zur Darstellung brächte:' Wer wacht über das Schicksal der Thora in ihr•* I>er von der DcneratveT^auimlung für so und so lamr gewählte Vorstand? Kr üheruiuimt di«■ Verantwortung mir ' dann, er kann sie nur dann übernehmen, wem! < r /ugleieli üb •r ׳ die souveräne Macht verfugt, das Schicksal der Tlmra in der Demeinde selbstherrlich zu vertreten. Wie küuute alicr eine sidelie Macht von einem ausgeüht werilen. den schon eine wahltaktische Laune zu entthronen vermag? Soll Jemand jene Verantwortung tragen, dann «l^rf die Tlmra nicht wie ein guter Deist über der Demtmide schwellen, «ondefii i 11 ner 11 a 11! ihrer Organisation muss die Thora al' roelicr de bronze in einem leheiisfähigen und verantwörtlichen Dehilde stabilisiert werden, mag nun dieses Dcbildc Rabbiner oder sonstwie heissen. Den Lu\11' einer modernen l>0uiokrati«■ mag sich der Zionismus, dari sich aber niemals ein jüdische» Dcmeinwcscii leisten. Ja, wenn noch• in einer «lemnkrati*c!1 orgaiiisiertcirTtetmTmle «ler Wille «le^ t ■ etr.einde tatsächlich rein und וווו\ertalsclit zum Aus-■■ druck käme, dann hrauclitcn wir an «ler Lcbciistälngkcit der Dememdc nicht zu zweifeln, vorausgesetzt, da«» zumindest die Mehr•