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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 10 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
10 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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35K Jeder Überflüssige Aufwand an Kleidung, Schmuck elc. verbietet sich in einer Zeit wirtschaftlicher Depression von selbst. Zeigt aber auch in eurem Verhalten auf der Sti&sse, im Verkehr mit euren Mitbürgern, dass euer ganzes Wesen von der tragischen Grösse der Zeit ergriffen ist. Vermeidet jede Äusserung lärmen* der Freude, jedes ausgelassene, frivole Wort. Massigkeit des Geniessens und ernste Würde des Gebahrens ist schon in Friedens• Zeiten eine erstrebenswerte Zier,- in Kriegszeiten aber höchste patriotische I’tiichl. Nur ein Halbes habt ihr jedoch getan, wenn ihr blos gute Menschen und nicht auch gute Juden werdet. Nehmt euch vor, von jetzt ab gewissenhafter in der Ausübung eurer jüdischen Pflichten zu sein. ' Haltet euren Sabbath heilig. Unendlich sind die Segnungen dieses Tages für alle, die mit Herz und Geist ihm angehören. Wer weisa, ötnUeserWeltkrieg die Menschheit heimgesucht hätte, wenn der Sabbathzauber eine Weltmacht wäre! Und was könnt ihr jetzt,, nicht alles von unseren Feiertageü lernen. Sie verewigen die Weiheinomente in Israels Vorzeit. Der geschichtliche Sinn, den die Gegenwart schärft, kann daraus nur eine tiefgreifende Krganzung und Berichtigung erfahren. Ich bin überzeugt, dass keiner von unseren Lieben ohne Ziziss und TeüUiu zum Schlachtte. zog. Ist jemand da, der ihrer entraten zu können meinte, dann schickt sie ihm nach. Wer mörhte in der Feuerliniu ohne Arba Kanfoth stehen! Kure Soldaten auf dem Felde sind jetzt vielfach gezwungen, Speisen zu gemessen, die nicht koscher sind. Umso gewissen* hafter gebt jetzt auf den rituellen Charakter eurer Speisen acht. Schärft euren Frauen die Heiligkeit der Speisengesetze ein. Sagt ihnen, dass diese Gesetze es sind, die seit je den Geist der Heilig* keit in den animalischen Körper pflanzten und Uber rohe, entartete Zeiten hinweg Israel als das noch immer heilige Volk bis in die wüste Gegenwart hineingerettet haben. Und schürft ihnen ein zweites, nicht minder wichtiges ein.׳ Krzablt ihnen von dem Wurmfrass, der am Volkskörper Frank* reichs nagt; von den! unsittlichen Geist des Kbelehens, den fran* zösische Kntartung auch in unser deutsches Vaterland verpflanzte. Sagt ihnen, dass ein Volk verloren ist, dessen Frauen Kinder-

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