Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 10 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4900572-5964853-5964885--0380-4900937- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ץ — Sä« — Eine Feldpredigt an dieZuhausgebliebenen. -Kirist mir eiu Herzensbedürfnis, mich in dieser ernsten Zeit an jeden Hinzeinen von euch zu wendeu. Da ist ja keiner unter euch, *1er sich dem überwältigenden Kindruck der grossen Ereignisse, die wir erleben, entziehen könnte. Gar Mancher bangt zudem für das Leben eines treuen Sohnes, eines guten Vaters, eines geliebten Bruders, für dessen Heil er betet und auf dessen Wiederkehr er hofft. Ihr alle aber steht im Banne eines Schauspiels von gewaltiger, nie erlebter Grösse — und so gestattet mir, in «lieser ernsten Zeit (1in ernstes Wort an euch zu richten. Der Augenblick ist gekommen, wo alle, die unserer heiligen Religion bisher ferne standen, sich ihr nähern könuten. Aus tausend Kanonenschlünden donnert ein göttliches Mahnwort durch die ganze zivilisierte Welt. Entziehen wir uns dieser göttlichen Mahnung nicht. Was die Menschheit jetzt erlebt, ist zu gross^ uin von Menschenhand gewrrktrüa setn. ifiue Gottes- Offenbarung ist's, die wir erleben. Darum: Lasst uns Ehrfurcht hatten vor Gott! Vertrauen wir auf Seine Wallung! Ergeben wir um in Seinen Willen! In diesem Jahre soll der Schofar nicht veiyohens an unsere Herzen rütteln. Andächtiger als je könnten wir von jetzt ab zu unserem Gotte beton. Im Gotteshause winkt uns Stärkung und Trost. Kein Tag soll von nun ab vergehen, wo wir uns nicht bei Gott zusammentinden. Die Geschäfte ruhen. Wir haben jetzt Zeit, auch an Werktagen morgens mul abends mit Minjan zu beten. Wohl gieht es viele unter euch, »1 io dem Gottesdienst nicht mit genügendem Verständnis folgen. Jedoch au diesem Mißstand hallt ihr nur selber Schuld. Warum lernet ihr nicht ‘i Rabbiner und Lehrer sind jederzeit heroit, jeden Einzelnen von ouch in der Sprache innerer Gebete und in der Religion unserer Väter zu unterrichten. H!*lt nach, was itir verabsäumt und vergessen habt. Ruhtet auch an Werktagen religiös*• Lelirvortrage ein. lind Nie-