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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 10 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
10 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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mit allen Phrasen, die sich uin ״den Begriff ,westliche Kultur* grosseren, gründlich aufgeräumt und uaaerm Blick durch alle gleissneris• he Hüllen zum Kern der europäischen Zivilisation den Weg gebahnt. בביסו ::עסי בכיסו. an seinem Heute), seinem Zorn, seinem Becher wird nach einem altjüdischen Worte der Mensch erkannt. Was vom einzelnen Menschen gilt, das gilt auch von ganzen Völkern. Erst dieser Weltkrieg hat unserm deutschen Vaterlande über den wahrer.-Charakter der europäischen Gross• m&chte die Augen geöffnet. Der goldgierige Engländer hat ihn בכיסי, der rachsüchtige Franzose ״בכעסי .der betrunkene—Russe- יסי.:: verraten. Dieser Krieg hat ferner den schamlosen Götzendienst, der mit dem Begriff der Kasse getrieben wurdu, in tausend Scherben zerschlagen. Wenn Slaven gegen Slaven, Germanen gegen Ger• manen kämpfen, was bleibt da noch von der Kasse übrig)1 Nichts als die blutige Scham, die jüdische Glaubensgesellschaft ihrer Kasse wegen bekämpft zu liabeu. Und 80 wird dieser Krieg ein Mittel sein, durch welches Gott die Sehnsucht uach Sühne für verjährtes Unrecht weckt. Aber auch im eigenen jüdischen Kreise wird dieser Krieg die Sehnsucht nach Sühne wecken. Schon hat er manchen zur_ nytrr angeregtr~Mit~־TfAnen Tinen Äugen sagte neulich der Vater eines im Felde stehenden jüdischen Kekrutcn: Ich glaube, der liebe Gott will andere Menschen halten ... Vielleicht, hat er Recht. Vielleicht will Gott wirklich andere Menschen haben, die weniger kleinlich, neidisch, habsüchtig, rachgierig sind; die von Idealen nicht hloU reden, sondern auch nach Idealen handeln; und sich in langsamem, aber sicherem Prozess an die ewigen Ziele des reinen Menschentums erinnern. Und vielleicht will der liebe Gott auch andere Juden haben . . . Da sagt Hirsch zu Gon. 4, 1 ein tiefes Wort: ,So wie . . . אין das Vermögen bedeutet und אינן das Gefühl des verlorenen Besitzes auslrückt, so liegt auch in קין die Bedeutung: Eigentum und davon: קינן: •las Gefühl des verlorenen Eigentums, die Klage. Eben in dem Verlust tritt der Wert des Besessenen am lebhaftesten in’s Bewusstsein.“ Ähnlich ein modernes Dirhtorwort: ,,Erst Verlornes wird Krworbnes: — ew ig lebt dir nur Gestorbnes.“ ׳ ,

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