Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 9 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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341 nismus der Alltagslngik nicht zu. Unser gewöhnliches .diskur• sives* Denken vermag von jenen höchsten Dingen bestenfalls nur iu sagen, was sie nicht beien, wie dies z. B. auch Kant lehrt, wenn er das Wesen des ,Dinges an sich" als über unser Denken binausliegend bezeichnet, als eine Denknotwendigkeit, die wir aber nur als eine ürenzbestimmuag für die uns mögliche Vernunfterkenntnis erfassen können. Weiler hinaus bedarf es eben eiuer ganz anderen Erkenntnisart, der reinen Anschauung oder InltMtion, die das ewige Wesen alles Seius, das ,reine Sein* oder ,das Absolut* unmittelbar erfasst. Das ist die dem Alltagsverstande ewig unerreichbare Erkenntnis der Mystik, in welcher der end• liehe, aber (wie unsere deutschen Mystiker sagen) ,vergottete* Geist kraft seiner Gotiebenbildlichkeit das Ewige, Unendliche zu erfassen, in die ,Tiefen der Gottheit* einzudringen vermag.* (1,1 f ). ,Man darf versichert sein, daß, wenn ich anders schreibe, als man es in den üblichen Schule!) und Büchern gelernt hit, dies jedesmal seine guten Gründe und Belegstellen für sich bat. Daß die Kabbalisten von den jüdischen Ritualien eine wesentlich andere Ansicht hatten als die in eiuem verPhilologien Rabhinerseminar oder einem He form-,Tem pel* r erk tfrrdTTl e ,^faTMTicli oben ST"12 —2b dargelegt, und ich würde nichts Entrüstungswertes dabei linden, wenn sie die Thepbilliu usw. sogar direkt für Amulette erklärt hätten; denn ein kabbalistisches Amulett kann — recht verstanden — mindestens etwas ebenso Heiliges sein, wie etwa ein ,philosophischer* oder ,patriotischer* Synagogensermon.* (II, in»), , . . . . ich gestehe die volle Absichtlichkeit meiner Uufreundlichkeit ein, mit der Begründung, daß es nun einmal für mich keinen größeren Scheue! und Greuel gibt, als die beuchlerischc und leuguerisrhe, alles f'bersinnlirhe verrationalisierende, alles Tiefe verseichtende und alles unbequem Kehle unterschlagende, ebenso zerfahrene wie zerfasernde, hier atzende, dort schwätzende, bald freche und bald feige, wissenschaftlich wie religiös absolut unfruchtbare und trostlose Theologaslerei der ,klingenden Schelle*, deren llauptakteure leider hüben und drüben auf deu nmßgetx'nden ,Stühlen Monis* (Kanzeln und Kathedern) nisten ... * X.