Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 9 (1914) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
9 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4900572-5964853-5964883--0363-4900921
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

340 Literarisches. Beamte der Kabbelei!, 2Telle, von Dr. Erich Bischof(« Berlin, Hermann Barsdorf, 1914. Der Verfasser ist ein christlicher Gelehrter, der sich mit der indischen Kabbalah nicht blos objektiv-wissenschaftlich auseinander»et*t, sondernrücfchäTtTos aTs Verehrer dieser wundersamsten Rillte am Baume der jüdischen Ueberlieferung sich bekennt. Bereits 1003 veröffentlichte er sein erstes Buch über die Kabbalah, das nun in dem vorliegenden Werke ergänzende Fort- Setzung findet. Man mag es mit Recht als fraglich anseben, ob es nicht dem Geiste der Kabbalah widerspricht, ihre Geheimnisse vor den Augen des groben Publikums zu entschleiern. Denn, wie sonst keine, ist die Kabbalah eine aristokratische, keusche, zart empfindsame Wissenschaft, deren Tiefen seit je nur der geweihten Oberschicht des jüdischen Volkes, nur den geistig und seelisch Höchststebenden in Israel sich erschlossen. Man mag es darum mit sehr skeptischen Augen ansehen, wenn ein Gelehrter, der zndem als Christ unmöglich mit allen Warzein seiner Persönlichkeit der von Thora und Mizwoth geschaffenen Sphäre jüdischen Denkens und Fühlens angehören kann, den ehensogewaltigen, wio riskanten Versuch unternimmt, weiteren Kreisen ein Verständnis der Kabbalab zu vermitteln. Immerhin verdient es als eine merkwürdige Zeiterscheinung angesehen zu werden, daß in unseren Tagen ein nichtjüdischer Gelehrter es wagt, dem Modernismus und seinem materialistischen Dünkel gegenüber, die leider auch in manchen jüdisch-orthodoxen Kreisen als mystischer Unsinn verschrieene Kabbalah auf den Schild zu beben. Wir zitieren einige cbarakterislische Stellen aus dem Buche, die uns verraten, mit welch warmherziger Begeisterung der Verfasser der Kabbalah wie einer magischen Gewalt sich gefangen gab: .Weit über die Siemen weit hinaus, alle Schalen und Hüllen der Materie abstreifend, erbebt sich hier der kühne Schwung des Denkers zu den reinsten Höben des Ürseins, um von hier alles Dasein abzuleiten und auf dieser Uber Kaum, Zeit und Welt erhabenen Kwigkeitszinne alles Sinneus und Seins höchstes und tiefstem Wesen zu erfassen. Zu diesem Aufschwung in die höchsten Regionen des Denkens reicht allerdings der klappernde Mecha-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.