Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 9 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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319 auch die Ströme keim־s»gga der Lrscbüpfung angcliörten. Ihr l'r- Sprung ist auf die rmüülzungeit zurück 2u führen, welche die Sintflut auf der Erdoberfläche heraufbcschworvn hat. Damit soll keineswegs behauptet werden, dass bis dahin die Krdoltertlüehe vou vollkommen eltenmässiger Beschaffenheit gewesen wäre. Wie ttercits Ernst v. liiir au den Bodeufoi malioncn der uuermesslieben russischen Tiefebene beobachten konnte, bewirkt schon die Rotation der Erdkugel eine gewisse wellenförmige (iestalluug der Erdoberfläche. Ich sehe darin gewissermasseu eine Vorstufe für die später erfolgenden Bildungen von Gebirgen und Tälern. Die bei der Sintflut in Fluss gekommenen Holz• und sonstigen Pflanzenro&SKon fanden an solchen aufgeworfenen Erdwällen di« ersten Widerstände, wo sie sich Btauten und nach Rücktritt der Flut lagern blieben. Ja, der. dunkle, bisher noch völlig unaufgeklärte Bericht Uber das (.דור רסלגד. (נראי1ה י׳ :׳ד erscheint bei dieser Ile• trachtungsweise in einem anderen Lichte. Wie der Wortlaut 1111• zweideutig besagt: הארץ rcSct rc'3 ׳: kabeu wir hierbei zunächst an Veränderungen, die die Erdoberfläche aufwies, zu deukeu. Meines Erachtens weist dies auf die ersten vulkanischen Aus• brüche hin. l>er Zeitraum von der Sintflut bis dahin dürfte uueh vollkommen liinreicheii, um ibro Entstehung nach den hier ge• gebencu Darlegungen zu ermöglichen Wenn die jüdische Tradi• tion damit gleichzeitig eine starke Erschütterung im religiösen Bewusstsein der Menschen in Verbindung bringt, so ist dies weit eher dazu angetan dies♦1 Behauptung zu stützen als sie zu wider• legen. Das urplötzliche Auftauchen ungeahnter geheimnisvoller Kräfte aus dem dunkeln Schosse des Erdinnern, denen die 01אח10ל^ aus Mangel an richtiger Erkeuuluis völlig ratlos gegvuüberstan* den, wird wohl bei Violen den ursprünglichen Glauben ins Wanken gebracht haben. Sind doch bei uns die weniger starken Erschütterungen einer neu auftauchenden, flüchtigen Thoorie nicht selten mit den gleichen Erfolgen begleitet. Jedenfalls überlässt uns die Lehre der Thora auch derartigen Fragen gegenüber keineswegs völliger Ratlosigkeit. Ihre Aufschlüsse dürfen sich meines Erachtens getrost urben jenen ruhig selten lassen, bei denen mit deu Jahruiillioncn Fangball gespielt wird und die dann die heutige Kauzeltmredtsaiukeit als Binsenwahrheiten ausgibt. Ja, Binsenwahrheiten mögen es schon sein, mehr alter auch nicht.