Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 9 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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דדש טיב יעטי Jüdische Monatshefte untir Mitwirkung von Robbintr Df. Salomon Brtutr in Frankfurt a. R hirautgigibin von Rabbintr Dr. P. Hohn in Antbach Jahrgang I. Heft 9. Golus. r>as Wort ist salonfähig geworden. Bald mit gi immer Ironie, bald mit tiefem Schmerz wird es ausgesprochen. lVm einen ist es düs letzte Motiv aller Erscheinungen am jüdischen Volkskörper, dem anderen ein buntes Gewebe aus Erinnerungen und Hoffnungen. .Mil Erstarren konnte man sogar vernehmen, wie belhst unser Heiligstes, unser»! Religion, schlechthin als Golusblütc angesprochen wurde.__ _ _ In diesen ,Tagen der Enge“, da klagend unser Sinnen an die Trümmer der Gottesstadt eilt, sollte es von jedem Juden als Pflicht anerkannt werden, einmal darüber nachzudenkcn, welche Stellung denn nun eigentlich das Golus in seiner Weltanschauung einnimmt. Von denen nur sprechen w ir, die überhaupt noch am 17. Tamus und am 9. Aw eine Träne finden; von den ungezählten anderen, denen der Fall Jerusalems in gleicher Reihe etwa mit dem Fall Konstantinopels iiu IR. Jahrhundert rangiert, reden wir nicht. Nun gibt es zwei scharf getrennte Gedankenreihen. Hie einen denken bei dein Worte Golus an all’ das namenlose Leid, welches dns Volk Israel seit der Zerstörung Jerusalems erduldet hat. Sie danken daran, wie fast allülierall dereinst die Enkel Ahrahams ein Spielball der Rannen von Fürsten und Völkern gewesen waren, gehetzt, zer«|Uftlt, heimlos, heimatlos. Sie denken daran, wie selbst heute noch im Osten die Bestie im Menschen ungehemmt und ungezügelt sich auf die Juden stürzen darf. Sie denken da- 9