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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 5 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
5 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 40)
Language
German
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200 Uber den Austritt eine feste Meinung? Überläßt er es nicht jeilem einzelnen seiner Mitglieder, über den Austritt zu denkenT wie er will? Und bat er diesen diskutablen Charakter des Austrittsgedanken» in der Klein'scben Denkschrift nicht in einer für jeden Austrittsfreund, der im Sinne Hirschs den Austritt als eine unbedingte religiöse Ptlir.hl, begreift, fast verletzenden Weis« zum־ Ausdruck gebracht? Und nun soll mit einem Mal diese llerabdruckung der Austrittsptlicht zu einer zweifelhaften, diskursiven Sache eine Negierung des Liberalismus bedeuten? Klein, ich!»eruhige mich nicht, wenn ich sehe, wie die Ausintlssaclie, für die unsere ~גדרר ihr Herzblut geopfert haben, in der Hand des orthodoxen Vereins zu einem Austrittsspiel geworden ist! Ich beruhige mich nicht, wenn ich sehe, wie die bayerische Oithodoxie, statt die durch den Kicbtliiiienkampf geschatlene, dem Austritt günstige Stimmung kräftig auszunützen, die Protesterklärungen der Rabbiner wie ein müßiges Raketenfeuer verpuffen läßt — und den Liberalismus schon dadurch ,in einwandfreier Weise* negiert zu haben glaubt, wenn sie statt des uuverklaiisulierie» Austritts eine mit allerhand ,praktischen Kmingcnschaften* beschwerte Austritts in ögl i c h k e 11 erstrebt. Auch die .Stellungnahme der Nürnberger‘, auf die Sie sich in Ihrem Artikel berufen, kann mich mit Ihrer Austriltstheorie keineswegs versöhnen. Daß Sie in Ihrer Kigeiischatt als Niiriiberger Vereinsrabbiner bestrebt sind, die Keligionsgesellschafl aus «lern?•-*; +ler Nürnberger4fichlliniengrmetndc zu befreien und daher auch bereit sind, den Austrittsgedanken in seiner ganzen x-haife anztjwenden, glaube ich Ihnen gerne. Sie sind aber nicht bloß Nürnberger Vereinsrabbiner, Sie sind auch Schriftführer des orthodoxen Vereins. In dieser Kigenschaft jedoch glaubten Sie den Au>tr1ttsge1|11nken so darstellen zu müssen, daß auch die 1‘ioporzschwarmer Ihres Vereins sich mit ihm befreunden können. Lediglich aus Ihrem Hestreben, dt-;: Austrittsgedanken der .gesamten batirischen Orthodoxie’ schmackhaft zu niueheii, ist der von nur beanstandete Charakter Ihrer Austrittstheorie hertorgegangen. Auch hierin tritt nur jene leidige rage du noiubre zutage, an weither!las ganze ntfeiilliehe l.eben innerhalb des orthodoxen .ludeiitumstin Deutschland krankt.

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