Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 5 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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doch gar nicht. Nur di** Konsequenzen stehen in Krage, die in Bayern, d. h. nicht bloss in Nürnberg allein, aus einer Verwerfung der Kichtlinientheorieen in Bezug auf da« Verhalten zu den ltichlliniengenieiuden gezogen werden oder nicht. Und da meine ich allerdings, dass wenn .jemand in ött'entlieber Verstimm• lung die merkwürdiger Theorie vertritt: wenn eine Bichtliuiengemeinde gesetzlich gezwungen werde, den rituellen Bedürfnissen ihrer ^orthodoxen Mitglieder Sorge zu tragen, so werde sie damit gezwungen, sich zum überlieferten (ilauben zu bekennen — eine solche Theorie trotz ״Anstrittsmög li r!1 k eit“ von dem Nürn• berger Bichtlinieniabbiner mit Fug und Beeilt als eine Anerkennung des Bichtlinienliberalisnius gebucht werden dürfe. l!cn Stand• punkt der («emeindeorthodoxie verstehe ich, obwohl ich ihn verwerfe. Die (iemeindeorthodoxie sagt: Wenn eine (iemeimle für die Bedürfnisse ihrer orthodoxen .Mitglieder sorgt, danii ist sie trotz ihres Bichtlinienrabbiners um) ihrer ührigen Beloiminstitutionell eine jüdische (iemeimle; daher braucht mau aus ihr nicht a 11 s z 111 r e t e n. Mit diesem Stuud|1unktc wird der Austrittsgedauke klar und unzweideutig zu ruckg «*־wiese n. Nun kommen aber Sie, geehrter Herr Dr. Klein, und stellen uns folgende Theorie auf: Ks ist wohl wahr, dass eine (lemeinde, die auch rituelle Hinrichtungen unterhalt, sich damit zum ü b e r 1 i e f u r t e n Ulauben beirenne. - SiimtUcdie tiemeinden Bayerns sollen staatlich gezwungen werden, sich durch ihre Sorge für ihre orthodoxen Mitglieder zum überlieferten tilauben zu bekennen. Dadurch^ aber, dass sämtliche < ienieinden Buyerns gezwungen werden, vor 11**111 überlieferten (Hauben ihren Kotau'zu machen, sei *las 1 *rnizi|* der Orthodoxie noch nicht genügend gewahrt. Denn nach Ansicht eines wenn auch kleinen Teiles der bayerischen <>11110*10x10, zu welchem auch Sie — das hebe ich ausdrücklich und gerne hervor - geboren, involvier«! schon die blosse Zugehörigkeit zut ■B**for1ngem**111d*> einen (lewissenszwang: daher müsse *lei Austritt erstrebt werden. Ihr*• Austrittstheorie ist nichts anderes, als «ine wundervoll•׳ .s\njhese, die Sie hergestellt haben zwischen den Ans* hauungeii der 1 iemeindeorthodoxie und <1**11 Anschauungen eines Samson Baphail Hirsch! Der A 11 s t r 11 t s urthodoxie tragen Sn* liechniing, indem Su* *len Austritt erstreben; der < i *■ m ei ndeoi thodoxie. du*