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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 3 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
3 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Iniben. Auf andere Itinge. werden wir norli zu reden kommen, .letzt aber schon entsteht die Frage: wie kommt es, dal! Ungarn' 'und Ucutsche so mangelhaft sieh verstehen!׳ Welcher kolxdd drangt sich zwischen die beiden׳־ (Reiche Schicksale pflegen doch sonst Menschen ־ r zu nähern! l>ie Verschiedenheiten sind mannigfacher Art. Zunächst fallt ein Unterschied im Temperamente auf und, was damit zusammen• hängt, in der Form des Kampfes gegen die Neologie. Her Satz: Fortitor in re suaviter in modo stammt nicht aus dein Ungaiischcu. Hufiii ist aber auch der Ungar mehr als der ]tonische vor der tiefabr geschützt, aus lauter Angst sieh fortiter in modo zu ■/eigen. =■־ siiUHUT 111 le "zu sein. I)1eses ängstliche Rcdachlsein auf eine ״vornehme Kaiupfesweise" hat auch eino bedenkliche Seite. Von einem bekannten Frankfurter Arzte, der sich nebenbei auch fürs .ludeulum interessiert, horte ich einmal folgende Krklärung des Mischnasatzes: 2;\ל;־;•sc”־;r :צ־: der Arzt muh auch grausam >em können; ein ״gutmütiger“ Arzt, der seinem Patienten die Schmerzen einer notwendigen Operation erspart, kommt ins (!ehiniiom. Das gleiche gilt aber auch für die jüdische Religion.* Auch hier ist tirausamkeit am Platz, wenn die ״vornehme“ Form leicht null• deutet werden könnte. Wir wollen uns!las an einem Heispiel klar zu machen suchen. Wenn mich .leinnnd öffentlich einen Ungm-r nennt, •dann ist es viel ״vornehmer״, ihn einfach zu ignorieren, statt mit heftiger Knergie sich die Heleidigung zu verbitten Man kommt aber durch Schaustellung einer kalten ״vornehmen“ Ruhe gar leicht in Verdacht, ein — ein loser Schwächling zu sein Wer sich mit seiner Religion so identifiziert, »lall er jeden Ali'rout, den man ihr autut, wie eine persönliche Releidigung empfindet, kommt freilich sehr leicht in V ersuchung, auch fortiter in modo zu sein, ist aber vor der bedenklicheren (״•fahr geschützt, dasltogma von der — 1 iloiehherechtiguiig der1,.' n“. im Munde zu führen, was auch ein wenig nach ehrloser Schwächlichkeit schmeckt. Uebrigens ist die Form des Kampfes Whr oder weniger eine Hildungsfrage, über die wir noch zu sprechen haben werden. In erster länie ist aber die ' cre Art, mit welcher die Ungarn Religionspolitik treiben, auH ihren wirklich traurigen Krlebmsscn in der Vergangenheit zu erklären. Hiese Krlebnisse e* w.ire sehr wünschenswert, wenn sie uns emmul von berufener Seite 50 A8B 4269

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