Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 2 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Demgegenüber muss alter mit allem Na c 11 •1 r 11 c k he• tunt werden: Wi r sich zu 111*u religiösen Traditionen de» Je• scliuriiD bekennt, muss sieh auch zu den! politischen Traditionen des Jesehurun hckenuen; wer die politischen Tradi• tionen des Jesehurun verwirft, bricht auch den religiösen Traditionen des Jesehurun die Treue " Hie von manchen Kreisen der deutschen Orthodoxie belichte Trennung von Religion und Politik bedeutet einen Urne 11 mit den Traditionen des Jcscliurun Wir bitten unsere Leser, ander dem bereits oben empfohlenen Aufsatz auch die Jesehurun-Artikel überjüdisches (i e 111 e i n d e w e s e n , die A 11 s t r i t t s f r a g e etc. einmal aufmerksam durchzulesen und sich dann zu fragen,.ob _es niclit.eiw- ToiTTleligion und Politik nicht energisch genug propagieren zu können, um nach denjenigen, welche die politischen Anschaungen des Jesehurun verwerfen, den Kranz religiöser Vollwertigkeit zu reichen, gleichwohl aber auf der anderen Seite vorzugclien, auf den Traditionen des Jesehurun zu füllen. Ks ist wirklich eine sehr heikle Sache, in ״rcligions-|>olili• sehen* Dingen sich auf den Jesehurun zu berufen. Der macht nicht mit. Der ist viel zu wenig Diplomat,! um in solch verschlungenen (iedankengängen, wie sie von der jüdischen ״Rcligious- Politik* der Gegenwart vielfach beliebt werden, sich auszukennen. In seiner schlichten Art kannte er auf dem (ichiete des jüdischen (Jemeindelehens nur e i n Prinzip: die Wahrheit. Und wie jede Wahrheit nur die eine unteilbare Wahrheit ist, so kannte er auch hier kein Kinraumen der Lüge, keine Teilung der Wahrheit, kein Nachgeben uud kein .Verstehen der (iegenseite* Wie das be• reits in der״ vorigen Nummer dieser Zeitschrift zum Ausdruck gebracht wurde: eutweder man muH austreten, oder man,darf nicht uustreten. Nachdem aber der Jesehurun zum ersten (iliede dieser Alternative sich bekannte: man muH austrefen — dann wurde er sich vor sich selbst geschämt haben, wenn er über den Austritt so gedacht hätte, wie leider weite Kreise zu denken belieben: er sei eine diskursive Krage, zu der mau, unbeschadet der persönlichen Religiosität, sich stellen kann w ie man will. Nein, so hat der Jesehurun nicht gedacht. Zum Austritt kann und darf man sich nicht stellen, wie m.in will Das