Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 5/6 (3.1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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fein anderer kann es sein als du selbst. Rabbt Gackur. wer stedt stach ander dir sgnst hier- Zitternd dachte er über di« letzten Tage seit seinem Spaziergang über Felder und Weinberg« nach. — Ihw unsichtbar schwebte leise die Lachter der (ttoiafett, der Nächtende, endlose, raube, rische «eilt der Zeit — in dlauvialette Schleier verborgen — daher. Dicht «rat die Vunderdaide id« rur Seite, schtpaug leise dreimal ihre Hand über seinen Scheitel. Da kehrte dem Rabbi blitzschnell alle» Erlebte wieder zurück Der »reis mit dem Iodanntsbrotdaum. den er verlacht, die Neitzigen Wtnrer und Wtnrerinnen. deren Arbeit und Ingendlust er verachtet und gescholten batte, und dabet. wurde er alt mtzbltch nachdenklich und niedergeschlagen. „Ach. ich Lar", leufrte er auf» ..ach. ich Loc! Ich wollte ein Weiser kein und vergaß über den Büchern und dem Studium das »varme. wonnige, werkrrtche Leben. Gtedt denn nicht das Gebot gleich ,u Anfang der Heiligen Schrift: .Ln» Schweiße deines Angesicht« lallst du dein Brot essen?" O. wie konnte ich Lehre vom Leben trennen und die Ewigkeit vor den» Leben und seinem Schalken allein als ivertvoll bevorzugen? Ach. lZume ich doch.. Ach. könnte ich doch...". schluchzte er lelke. „Und wenn es nicht «ein kann, erlöse mich, erlöse mich", Nehte er gen oben. — Mit undörbar, lavktem Tritt stellte sich der wunderdolde Geist vor unseren Rabbi und küßte ihn leicht wie ein Sonnenstand aus die düstere Stirn. Dann per» schwand er. — Der Rabbi aber schaute noch elninal in die klare Spiegel» kliiche de« See». — Da erkannte er deutlich seine Vaterstadt. Langsam und klar erhob sich vor seinen Augen kein liebe« altes Hau«. Run lad er sein liebe» Weib, seine trauten Rinder friedlich im fröhlichen Ge» vlauder im Abendschein um den Tisch sitzen. Alle sprachen von ihm. von ihrem lieben, guten Vater. Da konnte sich der Rabbi vor Schmer» und Sehnsucht nicht länger basten, mit einem Aufschrei sprang er in den See »u seinen Sieben. Er sank und sank tnemer schneller, «ans ganz lies, da an? einmal gab'« einen furchtbaren Ruck. Et« Hand rüttelte ihn. .chstann. mein geliebter Wann", ließ sich da eine laut» -rauensttmur sorgend vernehmen. Die Gattin Rabbi Sacknr« rüttelte und schüttelte ihn lei« auf seinem Ustible. Da fuhr er emovr au» lchtzoerem Traumalp." ./Ach. Sara, mein geliebtes Weib," sprach e» noch bald vom Schlaf besangen, „Dank, vielen Dank, daß du mich er» wecktest?" ,.«ann. » Mann, wo« seufstest du nur so t« Schlaf, daß ich »oll Angst dich wachschütteln mußte?" fragte Fra» Sara. „Ach. bade ich Dich wirklich noch." sprach Rabbi Sacknr dankbar und erlöst »» feiner Frau. „Und unsere Kinder?" „Aber Mann. Mann", neckte ihn setzt lustig seine Krau, chör doch, »den tollen sie ins Haus, sie kommen vom Spiele und bringen gewiß tüchtigen Hnmgr «tr! Du schliefest sa keum eine halbe Stundet" Seich« and wie dm Banne erlöst umarmte Sackur seine schöne -rau. küßte die laut und lustig ins Zimmer stürmenden gefunden Bnden nnd freute sich, -reute sich, deß «He» Erledse nur ein schwerer Treu« gewesen, und er nnter de» Seine» lebte, -orte» dielt er Mt die S«ege kür die irdische Wett io wertvoll wie 'lene drill«»ernst« kür »g« »ukünkttge Veden: grdettew fstr die Hülste de» Tage» in seinem dküdenden vrengengarten. Gew. «gß nnd erntew nach danke kür seine «»»der nnd Enkel rin nette« Hans, einen Weindere nnd tat de» Armen viel G«te».