Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 5/6 (3.1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
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Die wunderbare 6efd)id)te vom Rabbi Sackur. (Sin teftrAttoe« Märchen von TO Loch» - (Schlutz.) Weinend beschwor jetzt der Rabbi di« Richter: „Ach. häret mich an. Erkennet. o erkennet doch, Hatz ich Sackur. Rabbi Sackur selbbin. der» »u euch spricht." — Sanft schüttelten di« Richter idr vauvt. berieten «ine neu« RechtOache und lieben den armen Unoer-andenen stumm und abseU». Her ging müden, schlepvenden Schritte« Zur Stadt Zurück. Hlützlich -and er vor einem hoben stattlichen Gebäude. Au» dem gnneru demselben drang ein TOurmeln. Bekannte, alt« traut» Laut« bealückten sein horchende» Ohr. Da» war ta sein« Weis«, sein Studium, sein, Lehre» die da Zu ihm klangen. All« Müdigkeit, all« Unbill vertzessend. eilte er beflügelten Schritte« di« Stufen de» daule« ««vor. bi» er Zu einem Saal gelangte. Ja. «» war ein Lehrbau». di» alt» gewohnte Stätte seine» Leben», hier neubt« man ihn ver-eben. hier mutzte man ihm glauben. Atemlo« nahm er einen der letzten Sitze ein. Lauschend neigte er sich den Worten de» eben Vortragenden. Und welch Glück durchschauert« den dbrer. al» derselbe seine Lehren mit den Worten bekräftigte: ..Und diel« Gründe und dies« ernsten Beweis« für alle Zeiten hat der weile und berühmte Rabbi Sackur unwiderleglich üestgestellt?" ..Wahr und aus ewig wahr!" riefen begeistert seine Schüler. Da konnte sich der fremde Zubärer nicht länger halten. Beglückt stürZte er »um erhabenen Sitze de» Lehrer« und rief laut: ..Den Ihr genannt voll (Sbre. Such auf ihn berufen, er stehet hier. Rabbi Sackur stebt' vor Such!" Sin laute» Gemurmel ging durch die Reihen der dbrer. Der ehrwürdige Lehrer sedocb erschrak. „Wer leid Ihr. Fremdling, und was rede« Ihr? Rabbi Sackur. gesegnet sein Andenken, ist sa seit 130 Jahren nicht mehr am Leben?" Liefe» Schtzveigen erfüllte darauf den Ledrlaal Rabbi Sackur aber, von Grauen und Entsetzen geveitscht. stür»te auf di« Stratz, hinau». lief an den verwunderten Leuten vorhei. durcheilte Markt und Gassen »nb ruhte nicht «her. bi« er die Stadt weit, wetzt hinter sich hatte. Sin kühler Wind batte sich gegen Abend aufgemacht. Der ver» bannte unglücklich« Weis« rum in einen tiefe«, friedlichen Wald. Der -aa ging »ur Rüste, und lei« »witschernb iauge« die VSgel ihre Zungen ein. da«' und Red«, edle dirlche traten au» dem Dickicht. Scheu folgt, Rabbi Sackur ihren Spuren. Dir führten »u einem tiefen, adarunbtieftn Waldie«. an dessen nach flachem User da« Wild »ur Drünk, eilt«. Alle« neig«« leinen An»! und schiüoft, dankbar da» kühlend« »«lebend« Ratz. Dann schaute da» gesättlgt« »«wild mit dankbarem »lick« einmal «um dimmel auf. Fort eilt« e«. mit kur«en Sätzen leicht und durtig ln» schützende Dickicht »uräck. — Sackur war all^n Wirt« im abendlich dämmernden friedlichen Urwald. S» war ihm. al» iei er fern »o« Zeit und Welt und Sr de. schau in die Ewigkeit ringegangen Da kiel sein Blick auf den Naren Sdiegel de« See«. Aber erschrocken wich er «urück. «essen Antlitz wari denn de, klar, See »urück? Sin verschrungelw« auogerracknetee Greüeuangesich« mit eiggrauem Bart und daudt blick,» ihn leben »müde. tg»e«traurig au War er *• wirklich, dieser Urgret«. in dem er selbst nach kaum die Sugendäbnlichkeit erkannt»? Und doch, und dach, »achte ieta der«: