Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 3 (15.2.1927)
- Date
- 1927-02-15
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/4899998-4932209-4932324--557-4900527- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die fremde frau. Von Anna l'uif« (fobn Ruf der fmncrncn Bank in Jt4um«n n«funf»n lab «r vlötzHch. mit von Winde brroriprbt. eine fremde «trau vor Heb Heben. Er sab He aber nur «inen Augenblick wie He mit schmerzlich erhobenen Händen iiektraurigr Blicke aus ibn richtete und dann mit leilem Klageruf zur Erde sank Al» er sie dann bäkkreich vom Boden erbeben wollte, war sie spur Io» verichwnnben In höchster Erregung die da« Mit gekübl entfach« batte, suchte er He in den naben Bäunwn und LtrSuchern. er'fand He nirgend» Horchend legte er darauf sein Ohr an die Erbe und kragte: Mutter bOlrft du die Krau Umschlungen, die mit leisem Klageruf au meinen Kilben sank?" ..In meinen Armen ruben viele milde Wanderer au», doch dir Krau, nach der du kragst. bat Leben»de>m.n 3it wellet sicher unter euch, mein sobn." anwortete die dunkle Stimme der Erde „3ft vielleicht in deine klaren Kluten eine Nagend,' Krau gestiegen," fragte er weiterfvrschend den raulebenden ström, der den Himmel im Antlitz trug .-In meine Gasser stieg keine klagende Krau", rauschte die Antwort, „nur lachend« Knaben . So fragte er auf Erden alle», obne au finden. Nur dir Menschen fragte er nicht. Denn er wusste au» Er fabrung. die schilttelten über seine Krage« verwundert d»e Köpfe und gaben höchsten» niitleidig lächelnde Antworten, wie inan lic Kindern gibt Drotzdem er die leltlaive Krau nicht fand, fühlte er sie doch in seiner Näde und lab auch oft - au« manchen Menichritauge» ihren traurigen Blick Auch in seinem Herren ichmerzi« ein« kieke Wunde, au» der der Klageruf der Verschwundenen taulendfach »nvvrklang Friedio» ging er »ur Bube, au» der er durch webende» Mavichen gestört wurde Da« schwär»« Roh mit den r>«i>gen Schmetierlingaflugeln stand einladend vor «hm und trug ihn dann über die dunkle Erde Da die groben goldenen A»aen de« Pferde» v.'t<bt spendeten sab er alle» wa» auf Erden war und auch da», wa» nicht war Aber die verschwand««»» Krau fand er nlch« Mit brennenden Augen erwachte er und ging suchend in den Morgen Die Sehnsucht trieb ibn di» »u den, uralten Baum den er lledt«. und der ibn oft rutzeumraulch« balle Aare du mir inein Kreund. wo finde tch sie. damit ich sie trösten kann Ibr Schmerien»ruk in meinein Her Ae n klagt mich an bti er den Baum Der schüttelte leine Krone und rauschte: .„ich kann «vobl Men schensorgen einschläkern. doch idre Krage» nicht beantworten Krage den Vogel, der In er in den Zweigen mobnt Er ist btt |a weiensverwand« denn aub au» seiner Seele Ningt da» Lied " „Dir gilt ineine te»l< Krage kleiner Vogel kragte traurig der suchende „kannst du lie beantworten? Denn auch dich tretinen wie mich dichte Zweige von de» Wtrkktzchfeit ..Die Krau, die du suchst, aniworieie der Vogei. »er ichwand nichi vor deinen Kühe» L«r klod verstohen von allen in dein HerA Ich kenne tie wodl: H» de itzt Erdenleid" Da ging der Dichter kuininerdeichioeri und dach getröstet bei,» Gedanken über CDönismus und optjoriftifdje Betrachtungen. Von Herma n n E v b » rägiich, Selbstorakuiia Wie «in vilichtgelreuer Rabbiner sich nicht nur a!» Rechtsanwalt, der die Uedertretung eine» güiilichen tNeboie« als klein und darnilo» blnAuftellen sucht, berrachien Varl, sondern den Uedertreler Aur Rechenschaii Aiebe» und ibn A» bessern suchen mutz, so lvll auch seder einAklne v.nt un> mit objektiver Strenge seine eigenen .Handlungen vriilen und die begangenen Kedler und Sünden ivieder gut An machen suchen. Diese Seldstpruiung soll jeder gewilienkaste Menid jeden Abend an sich vornedme». Verstavp. Nicht umsonst sagen wir täglich in unlerm Redete: „Eboneinu Meitrcho Dcto. Bino. Wcbaokeil" .Mid un» doch von Dir «dort Willen. Einsicht und Vernunft . denn gar oft ist selbst rin scharfer, menlchlicher Verstand a» spitzfindig und „krumm", Gotte» unendliche W e i »dei« toll für unser Denkeit rin Vorbild sein, linier tOedaiisrugang soll klar. d. d odne Krümme, geradeaus auf den au erreichen den Zweck gerichtet sein, wogegen ein „unvernünftiger" Ver stand sein Ziel auf spitzfindigem, kruinntem Wege au er reichen sucht Wädrrnd beispielsweise eriterer lag«: ..Zweimal Awet lind vier", wird letzterer sagen: „Zweinwl Awei lind iünk >l«eniger ein» Da» rtbiige Reiultal kvimnt bei beiden deran». iedost denkt de, ein, vernnnltia der andere «ich« liniere Weilen lagen: Reiicht» Edochnw I>ra» Halchem " Der Anfang aller Wei»delt ift die Ehrfurcht vor <»ott Aber bieieniaen. dir auf dem Wege da» Studium« der Willen, schall, sowie der eigene» Ueberlchätzung dielen Ausgangspunkt oerlore» konnten die Weisheit nicht erreiche« denn sie glichen dem Reiter aul dem dekannten Bilde: ..Die Jagd nach dem Nllucke der um da» icheinbar« Seiienbiairngiuck »u erlangen, lein wa b r e» t» l u ck von ben Huken leine» Beitvkerde» Aerireien lötzt Rur ber wirb di« Welsdeit erreichen. der iich von seinem .Iira» Halchem-Au»gang«»unkte". gleich einem Ariadnefaden im Ladvrintb der WUlenichafien leiten lätzi AI» Vruistein. od ein Mensch Iich »ur echten Wei«brit durchgerungen. möchte ich rin von mir schon lrüder »eprägte» Vendani »um Au«lpru«be unserer Wellen betrachten nämii: .Szauk Ebochmo Iira» Halchem" Der Lchlutz aller W «i »de i > t ft «»oiieskurchi . b b nur bann bat e r die wahre Weisbeit erlangt, wenn da» Enbergedni» der leiden ibn «benf o I I» Aur Edrf ur<b l vor «» o i > gekubrt bat" O Jugend. Von I I fe Die bleiche sonne sandte einen adschiedned "enden Liradl in da« düstere grobe Zimmer und umlchineichelte Aiiternd liebkosend die in einem seliel «usammenaesunkene tstestali eine« Weibe», gkiti duschend über einen schlanken Nacken und bleiche Hände, in denen ein dunkelblonder Kopf rubtr Warum war denn Urlula Becker io ganz allein und wein««, wäbeend lind« Winde über di» »u neuem Leben erweckte istatur säuselten, e» war doch Krüblingsset« Aber für un» Menschen, bi« einem aeliedien Wesen einen Grabstein in ihrem Herren leben müssen, gib« e» keinen neuen Krübting. gibt e» keine golden« Lonne und kein iunge» Grün: wa« war e» wobt, wa» Urlula Becker dag Her» gebrochen hatte: und io wiN ich denn den Schleier der Ver »angenbeii iükten und Euch von ihr «rtähien: Schön war r». gl« H« noch iung war. lv lelig tun«, und mit ihrem guten Mütterchen da» in eine« arvhen tdarien gelegen« Hau« bewohnt», o Jugend, un» glücklich war bw blond« Ursel, so glückUchl Und «inr» Doge» war er »u lhr ln de« Garten gelpmmen und hatte von Dinaen ersäht«, die Iuaend ist e«n Bündel Illusionen Bodloender viel »u ernst kur »unae Herren lind bann honen iich die delbe» unier den blühenden Klieber geiegl und vom Lehen geredet, einem glackluben Leben da» alle fr«um» verwirk liebt Und al» die Sonne ganz doch über Ihnen stand, war ber Jüngling aufgesprungen halte dir blonden Zähst Urluia» um lein« Hände geichlungen und hervor gestoben: ..Uriei. einen Kutz einen einAigen und »e bai«e ibn hie roten Lippen geboten Gerd Stein ab«, schwor lerner blanben Urtel ewig» Treue, und lein« Stimm» ballte durch ben Garten: .Urtel wenn ich ein Monn bin. heirate ich stich, »nb baue dir hoch oben in ben Bergen «in Hau« da wo di» Lnki i» rein weh«, und wie zuerst den warmen Sera bi ber Sonn» rnwkanaen. und wj» werben van unserer einsamen Höbe auk die Me», scheu lchauen. dm so sorgenschwer durch'» iVb»N «irhea m«f len Dich aber werbe ich vvr alben Garaen bewahren. Dich »lU ich liehen und doch halten denn tm bist wstebia. Mt Krone einer Könchin »a leage»' Und at» Hra« Gockiee in ben G«rt«n lcha»w. sta lahrn bl» beltzen e»g bri»t»a«b,, IJ