Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 13/14 (6.9.1926)
- Date
- 1926-09-06
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/4899998-4932217-4932316--462-4900437- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3um Verföftnungsfage: Aut aI«Hi ClKllcn. von WabfctnrT t» A Pofner. IMrf Co «rHKntbc Ruf na* Brrtobnuna. ber Schrei mub btm ftrrUrln von jedem belaftrnbm (*«fflbl de- Unrecht» und der Schuld wird an jedem Verfödmingbrag dem lüdischen Herzen geftilkt Nicht die Berlenuna der eiaeniltb i.idi'chrn Ofltchikn allein wird an vielem Lage aewoaen und geinelfen, lei et von dem etarnen iüewfsfen. sei evon dem Richter bet Allo, Ler Menlch. nach allen seinen Handlungen uns BedOntBigängen wird zur Rechenschaft gezvgen. dir in ibn gelegten. in ibm rubenden Kräfte müssen «ich leldlt de urteilen, od sie zu recht genub» oder »um llndril vervrauchl sind. So wird dleter einzig dastebrnde lag zu einem Wer» melier unserer ganzen Ledensauffakfung Daher mag t* auch kommen bJfr der große Meister Mole« Matmonide» in dem Adichniire ..uder die Bub« . der in keinem Gekeve-coder kich linde«, aut, b>e kiraae nach de,» Bereich« de« menkchlichen Wollen-, sozusagen da» Brrwlem der menschlichen sfreidrit dedandelt. Weil der Aoichnt«» Sammlung und den Willen, Nachdenken zu wollen, erdei dl. soll er hier in einem LapU«ffrei übersetz» werben, er tevr« die Arbeit au dem eigenen Ich. die wir zwar tagtäglich üben lallten, die wir un» aber vielleicht an einem loschen Tage wie es der Brrkübnungrtag ist, ebcr vornebmen, der» vieler Lag wirb von un» doch gern mit Vorsätzen au-ge lullt, die nur allmüblich in Eriüllung geben, „Der Mensch besitzt den freien Willen, will er zn dem guten Wege sich wenden und rin guter Menlch iverden, e» skedl ibm frei, will er aber den schlechten Weg ein'chlogen und ein frevler werden, auch die» ist ibm möglich Labezeugt die Heilige Schrift, wenn kie lagt der Mensch ist >v>e einer von un». d, d darin ist der Mensch einzig in 'einer A« und ba« seine-gleiche» nicht mebr. dab er allein niil seinem Erkennen und Gedanken den Begriff de» Gutem u»d Bösen erfabt. dab er t»o kann, wo» er will, dab Niemand idn bindern kan», da« Gute oder auch da» Böie zu tun Lalle e» dir nicht einfallen zu denken. die Unwissenden u«er den Völkern der Welt, auch ungedubrliche i»raelilische Menschen denken so — dab der Heilige, gelobt sei er. i», An fang jeder Menschenwerdung über ibn brfttmiKt. ob er ein guter oder ein schlechter Mensch werden solle, dein iit nicht ko. in jede«,Menschen Möglichkeit liegt e». so gut zu sei». >v,e Moie« unser Lehrer oder ein solcher Sünder wie Icrodeaiu. er kaim wei'e und töricht werde», b^zmberzig oder graulrm unedel oder edel, oder weiche Eigenschaften e» noch geben möge. Niemand zwingt tb». Niemand bestimm» für ibn r»va-« vorau». Niemand ziebi ibn zu einem der beiden Wrge bin sondern er allein neigt sich in eigenen, ttrkennen zu dein Wege bin. den er erwäblt Lader sagt Ieremta: Bon Gou gebt nicht da» Böse und da» Gute au», d b der Schöpfer ver fügt nicht über den Menschen, ob er gut oder schlecht sein solle, Liese Vorau»letzung ergibt aber natürlich, dab der Sünder sich selbst den Schaden binzulug». der au» seinen Sünden erwächst Lader gehört «« sich, dab der Sünder klage und weine über keine Sünden und da» Böie, wa» er sich dadurch verursacht dal La« is« auch der Sinn der nach kolgettden Ieremianilchen Worte, wa» gräm« sich der Mensch uie. keiner Sünden lvillenl La unser Könne» in unterer Hand rudt. da wir mit Erkennen alle» Böe getan baden gebör» »» sich, dab wir in Bube umkebren dab wir unseren kreveldaiten Wandel verlassen, um dir Mach» über un» in unsere Hand zu bekommen, »le auch die Schrill lag«: Lasset un» uulere Wege untersuchen »nd erforschen und «» Gott um kebrenl Diel« Erkeruuni» «ü wohl gearundei. tic tlt etne Säule der Tora und der Gebote denn die Schrift sagt" >„be, >d lege dir deute Leben und üiule» vor. den Lod und da» Böie, oder sied«, t* U«t euch deute S««e« und Ituch vor 1» d dtr Willrn»frelbeit ist in eure Hand gegedeu. alt« Dinge. d« den Menschen betreffen, kann er tun. irren sie aut oder auch nicht gut, Lader wuoichl auch d»e Schr»st ..Wer gäbe doch, dab Iöraet» Her» ganz darauf geeichte» iei mich »u ebrsürchten' La» w»i lagen, der Schöpfer zwing» di« Men scheu nicht, er versagt auch ntch« uder i,e. da» Gute oder da« Böse zu tun, »andern tp »st ibuen kretgefrellt Angenomnien. Gott wurde üder den Menschen verkugen cr soll« gut oder schlecht »erde«, »der angenommen, a« aäde von seiner »üedurt an etwa-, w,»» »bn auf einen der Wege, zu einer der Erkenntnis««. »u e,ner Berdaitüngtzwels« oder zu einer der Laien binzöge. w«e d>e j,'tmmel«foelcher e« sich denken, wie konnte dann Gott un» befehlen. »et t> bueb Brovbeten oder lonüwi, tuet io aber <o nicht aedi dey, rechten Weg. folget aber n»ch» eurem kbrevel '* E» tf* sa nach der obigen Annadme schon von allen» Anbeginn an oder lolort mi» der »ürduri drltiinmt, worden, dab den Menschen etwa» llndewubte» dabin lubrie wovon er 'ich n«di »rennen kanül' "La» iÜ doch aanz unmöglich' Lenn wa» ,'ollte oder wollte dann die ganze Lora, mit welchem Rechte wurde dann der sirevler destral». der Würdig« delobni werdend' ..Soll der Richter der ganze» Erde nicht Recht uden" Lu wirs» aber vielleicht losgrnb« Gegenfrage audverfe», Ivie kann der Mensch tun, wa« er will. w,e sollen letnr Hand lungru tb»> uberlai'tn lei»? E» geschieb» doch nicht» »n der Well obne den Willen de» Schöpfer» und obne le«n« Einwilligung' Sagt doch auch die Schrill: Alte». >»»a» der Ewige will, da» tu» er Lamlt dich die» utchi ivundernehm«. w»l>«: »mb «volle« Willen geschieht alle», wiemiwl unser« Handlungen kre« in unierer Hand <>nd W,e ist da» zu ifrft*b«n ' So wie der Schövler e» baden will, dab >>euer und Wind nach öden auf steige»». Waiier und Erde bagegen nach unten gebe», wie er brn llrei-Iaul der Svdtren will u»v den gele«l»chen Wan dkl alle» Geschaff,»en, >m« e» irii» Wille >kt Io will er auch dab der Menich leinen freien Willen bedalt« Nib er Herr über lrlne Handlungen tri bab «Volt ibn weder zwinge noch ziehe iondern batz ber Menlch krall der Erkennint» selbständig bandele, Mr «Ml ui ibn aelegi bat Le«b,»lb gibt e« et» Gericht über öl« Laien de» Menschen tut e« Gute«, <o erlabrt er auch Gute», tut er Bö>e«. lo ertabrt er auch Bö,e«. baber «agt ber Arcchbei au» eurer eigenen Hand wurde euch die», oder er lagt >>» mahlten ihre eigenen Weg« In demjelbe» St»»e «agt auch Salomos freue Ltch Jüngling, deiner Jugend w> >r ade» dab Gott dich für «U bifif» »u Gericht lordern ipub d b wi>le bu ba*l die Machtvollkommenbeil über deine Laie», aber du wirkt «lnkt Rechenschaft aeben mu kr» Vielleicht wirkt tü auch «nur auderr Gegenfrage aukwee ken: La Gott bluv wetb wa« «ein wird w>>» ae beben w>rb »exd bevor e» ae.btebl iveib er >a auch dab di«>er Mensch et» guter »der ein unguter iverdei« w,,d oder w»>b «r b>>» ntch»v Wrnn (•ult |a wetb dab d»eier Menlch «in guter werden wird so wird er e» auch geimb werden rollleb du aber der An,ich» lein bab Gott von Jemandem nulte er N'etde gut werde». Io le» e* aber bennow mvgltb bab er schlecht werbe ,o IN d»e,e» Willen krin voltkonr^ne» »» rntbebri »a bann ber Stchervei» Lr, Aeunkwariung dke-er Nrage t«i w»rkl»ch weitläuktger deun der Erdenball nad liefe» denn de» Meere« Gründe, vleir giundt»»ilche Belang« >wvr» damit tm .-iuiammenbong, berga«habe l»lugen düngen b«v«,> ad AunöchN aber «n»a» dir da» genug»», »a« Ich dt» tag» An anderer Llrlie dabe Ich schon au«etnanbeeoefrh» dab dei Gott da» Erkennen anbei» Ifc denn (rim Benschen bet den Menlch«» sältt Ihr« E»1»nnini« nudi mi, weem Halo zusammen, aber i»«l und fein« i»if«antni« sind »ine« fi»b