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Die jüdische Frau · 1926-07-15 · 9/10 (15.7.1926) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
2 (1926)
Issue
9/10 (15.7.1926)
Date
1926-07-15
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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I Die /üdlscge Mutter AbQäitung und Veriveicf)lic@ung. \ on I >r. II c ii n v M .1 c ii u s. In der (iesundhcitslchre des tätlichen Lehens sollte die \erlititime \oit Lrkrankuiu;cn einen \iel erolleren Raum einnelnneii. als die Iteliundlum: bereits ausitelirocliener brkraiikmmcii. Schon aus dem einfachen (irunde. dab hier \iel mehr geleistet werden kann. I nbewubt \ersucht jede Mutter ihr Kind /u sclmt/cii und nach ihrer Auffassung am besten für den Lebenskampf \ or/ubreiten. Auch hier eiht es wie überall — die auseinanderceheiidsteii Prinzipien. IMe eine Mutter säet: Abhärtung des Körpers und der Seele ist die ein/iee Möglichkeit, den weichen, kindlichen Oreanismus richtig /u stahlen. hie andere mochte ihr Kleines ..in Watte pakken" und vor jedem rauhen Manch schützen. Lrstere treibt das Kind im Winter früh aus dem Iktt. das möglichst keine hederdecke enthalt. In der ungeheizten Stube w ird mit kaltem Wasser der <an/e Körper alnjespiilt. und dann eelit's hinaus in die kalte Winterluft, wenn’s irgend creht mit kniefreien Sokken und halsfreier Jacke. Wenn das Kind etwas hustet oder das lierauwachsende Mädchen sich ihren Stiminuimcii ein wenic' himtibt, so wird sofort streun zum ..ZiisammenreiUeir aufitefordert. Lin Ansruhen nach der Mahlzeit mit als Vorrecht des Lrw achseneii. Kaltes Maden bei jedem Wetter, weite anstrengende Spaziergänge sollen unbedingt erzwungen werden, wenn auch beginnende Müdigkeit dem Kinde jede breude daran nimmt. Dazu im (iegettsutz das verwohnte Mutterkind: ..Ls ist draulkn windig, das Kind darf nicht ohne (iamaschen auf die Stralie!“ Mutter. < irollmutter und alle lauten nahen und stricken noch wärmere Ohrcnklappen. Lausthandschuhe. Schals und ähnliche hinge für den Liebling. Wenn im Sommer gerade das Vergnügen im kalten Mad beginnt. stellt jemand mit der Ihr dabei: ..l»er Arzt bat gesagt, das Kind darf nur drei Minuten im Wasser sein!" Jedes Spielen im breien konnte Abkühlung bringen, jeder Umgang mit unbekannten Spielgeiiossen Ansteckung. Verbieten ist leicht. Messermachen schwer, ich will versuchen, kurz eine vernuftige Art der Abhärtung zu schildern, die den kindlichen Körper kräftigt, ohne ihn anzugreifen. hemmten wir mit dem Schlafen: Das Schlafzimmer sei. wenn möglich, nie unter s (irad Celsius und nie über M <irad Celsius. Zu kalte Schlafrautue erschweren das I inschlafen und rauben dem Kinde so einen I eil der unbedingt notigen Nachtruhe. Aulicrdei» werfen die Kleinen wahrend des Schlafes oft die Metten von sich und können sich in völlig kalten Schlafraimieii sehr leicht erkalten. Von Anfang Mai bis zum Oktober sei I ag und Nacht hindurch ein Teil des bensters in der Schlafstube geöffnet, jedoch soll dies im Winter nicht erzw uinten werden. half der beste Raum der Wohnung gerade gut genug für das Kindcrschlafz immer ist bringt doch der heran wachsende Mensch die hälfte des Jahres im Mett zu. nämlich die ausgiebige Nacht ist wohl nicht notig der I t ^wahnung. I>as Waschwasser inutl mindestens HMirad Celsius sein, besonders das Mundspulw asser sei .tugewärmt. zu kaltes Wasser sehadel dem Zahnschmelz : die l naimehmlielikeit des kalten Wassers steigert die Scheu des Kindes vor gründlichem Abseiten. Lauwarmes Wasser ist angenebm. du Ko,- per verliert aulicrdei» bei zu kaltem Wasser an Warme und zehrt so direkt I nergiesiotf aut. die sonst dem Körper.iiifb.m zugute kamen._ \oii I ruliling bis herbst bin ich sehr für uu kurzes Mrausebad: wo keine Mudewunne vorhanden, kann die Mutter durch Abgiellen ui einet grollen Malle tl.nliche Wirkung erzielen. Met schnell herab rieselnde W asserstrom regt die I lautnerv en au und ruft eine \ entilatioii der t tberflashenbantgefalle hervor. I t.inach soll der ganze Körper tasclu mit einem rauheu I rotticrtuch abgenebe» werden, und kein Kind wird mehr über Kalte klagen Mei sehr empfindlichen. leicht zu I rkaltung neigenden Kindern ist es angebracht, die haut morgens mit lauwarmem I ssigvvasser abzureiben. Man taucht dazu die mit einem hrntticrhuiidtuch bekleidete Hand ms I ssigwasser und reibt schnell die ganze haut ab. Oie Kleidung sei lose und -leicht, wolui lucht nicht mit dünn zu verwechseln ist. Am besten werden solche Kleidungsstücke gewählt, die von den Schultern licr.ibgehe»: heindlioseii. leibebenrocke. ganze Kleider Jedes Mund m der Magen gegend. jeder zu feste tiurt schadet der Intwick hing des Körpers; zu viele Kleidungsstueke »beteinauder hindern die Ausdunstung der haut, rtiten daher SchvveiUuiis.miinhmgeii licrvo, und können so abkiihlend statt erwärmend wirken. Alle Kinder sollen täglich Spazierengehen odi i im f reien spielen. Sport soll nur in so weitem Malle getrieben werde», als er nicht zur! nnudung grolle reu hrudes fuhrt habei soll sehr darauf geaebtet werden, ob das Kind nicht an Korpe rge wlebt ver her! Ausgezeichnet fur Abhatlung und \erbutung von Krankheiten sind Licht und I iifthader wobei wieder von l ebel ist. den Koj>f der grellen Sonne aus/usel/eii Kleinere Kinder steckt man am .bestell nur m im Spielhosehcii. setzt ihnen einen weillen leinenhut auf und lallt sie spiele» So können sie f*ei gutem Wetter m jedem Mark, auf jeder Wiese ihr Luftbad nehmen Menu Kaltbaden der Selmlkinder achte mau darauf. duU sie niebt stundenlang uti Wasser bleiben I s ist ein I hrgeiz unter den Kindern, so lange wie n ogheb uu Wasser zu sein N.ishlier kommen sie oft blaugefroren und mit klappernden Zahnen heraus has ist natürlich höchst schädlich' < ileis.lt nach dein Made sollte» die Kinder ausgiebig I ssen bekommen nur so werden die verlorenen Ktafle gut ersetzt In den W andersercmcii wird auch Abhärtung und Kraftigung oft mit X erge w altlgnng der klnd H Jiidkcbe Frauen, werbt Nr »Die NdUcbe Frau**!

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