Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 9/10 (15.7.1926)
- Date
- 1926-07-15
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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Sollten wir denen den loten ins M.ins schleppen? hall noch ear ein grobes (iericltl>\erfahren einee- Uitet werde? In Stroh und hecken auf dein Hoden t.iiseres Wagens versteckt. sind wir mit ihm forteejaet von der (iren/.e. was mir die IM'erde laufen konnten. In der dunklen Stufmnucht durch den dichten Wald - noch vor I acesaiihruch haben wir ihn liier in Hieluwka. in .indische I ricelhojserdc. gebettet. die einst König Stanislaus meinen Norelteru geschenkt." loset Hrauu schw ieg. indes der Knabe /um ersten Male seit Kindertagen ein befreiendes Auischliichz.cn fand, her brave Manu mochte sich nicht selbst ri.lullen, mit dem. was nun noch /u erzählen gewesen. Handele aber rief die beiden an ihren Stuhl zurück: „h.mk's dem .Mann da. mei lungele. wenn deine Cicschwister sein brav e l.eut wor'n. nn dall n.er nicli sein verkommen in I Icndickeit in lenen I agen." „In jede Stund', was ich sit/ ,,u hier geborgen nn in Trend' an meine Madele tm lungele bin' ich nur den lieben (iott. dall er soli's ihm segnen au all de Seinen!" _ has war ein I reudenmahl heute abend in Mutter liandeles Stübchen. < ian/ festlich sah der sonst so wackelte alte Hol/tisch aus „liier der vveiben I »ecke und deii l'eldblumeiistraubeu. mit denen die Hrauuscheu Kinder ihn geschmückt, und den die I Itern mit >peise und Trank freigebig besetzt hatten. W ie betäubt von all dem überraschend (ilpck liehen, das über ihn gekommen, sali Nathanael neben der Mutter, die mit befreitem Herzen heute zum ersten Mal auf all ihre Kinder schauen durfte. Killen I hreuplatz am Tische halte man der allen l.coscha gegeben, und alle priesen ihre Irene und ihren klugen Iv'at. die die Verlassenen hierher geleitet.. Als \ ater .Hrauu ein Iviraglas auf ihr Wohl ansbrachte, wurde sie ganz verleiten und meinte: "!>as habe sie sich schon immer gedacht, dall der Natl'anael gar nicht notig habe, die lieben Heiligen an zubeteir gleich angesehen habe sie ihm das und se: darum auch nie böse auf ihn gewesen!" Zwischen den Schwestern NathanaeK s.,1! Sarah und fühlte alle < ilückseligkeit ihres Ircmides um Sabbat her kleine I »an schlug sein Heft zu. . letzt bin ich auch schon fertig!" rief er fröhlich. „Aber wie viel leider sind wieder in der Aufgabe?" fragte sein gröberer Hrnder /.cwi spöttisch „Nicht so viel, wie du vor einer Wo», he im I ein pe! beim Singen gemacht has, „Was? Ich singe falsch?" schrie /ewi er re gl. „du verp.itzt immer den ganzen v_lmr." „Ha. ha. so sprichst du? her Kantor s.,g> doch immer, du singest, als ob du einen Knödel un Munde hattest?" I »lesen Satz halte hau noch nicht recht ausgesprochen, als Zevvi schon zornig auf ihn zuspi.mg und ihn zu schlagen begann. I*ie Mutter kam erschrocken aus dein anstobenden Zimmer hereingelanfeii. als sie den l.nrm der K'auferei horte. Sogleich heben die Kinder voneinander ab. „Habt ihr schon wieder gerauft'" klagte die I rau. ..I»a koche, reinige und putze ich den ganzen liid konnte doch ein, leist, s. g.,,,z heimliches Web nicht ve,winden, dah seine Hrude-Hiebe nun mdi' n ehr ihr allem geiiorle hie »mgeii < let.ihrtuuien aber verstanden sie, sie streichelten ihr Haar und l>osteten ..Wirst ihm nosh mehr ucr'n.~als wie Schwester. Sarele' l ab nur über e lahr oder zwei sitzen liier vielleicht hier vjiasseiiv feiern " ha strahlte ein Neues, HctrerUs .ml in Sarahs Herzen In diesem Aucenbluk erst trat es ihr ins Hew nbtsem: Nun gehörte er 1.1 ganz zu ihr. and kern < iluiibe und kein \olkstum stand mehr zwischen ihnen! Nicht genüg tun konnten sich alle mit I ragen Alles iniibtc Nathanael erzählen, sein ganze s 1 e ben so weit nur seine I rnnierung re lebte habet Iw er dl ei selbst erst, wie w linderbar das Sehieks.il ihn ge lulirt: wie so vieles, was erst bang und trübe sieh ancelasse ii. nun doch gut uiiel scitense oll auss.ih . Mutter liandeles blasse Hand hob sich ah tur Sohn ceeiielet. als wollte s,e le rn. fernhin e men Se gen senden: ..< lebenseht ehe glitten I raun im fe rnen lallet was li.ibli. nie selbst geelurli Mutter wein un sin doch ge wen so harzig treue Mutter zu dein \ erlassenen hier' l'a schaute iht lunge ghiekheb verwundert auf ehe- Mutter, ehe’ so seine ge he uns'e ( leelulikeii erraten hatte . Herr Hrauu horchte auf als Te osdia imitier wieeiei des Hingen Menschen t lesehiskbefke II III eie' fr uh geübten lloiiid'ac kei kirnst rühmte I i. das-pahte ja geiaele in seine l'l.me' ..Willi, ich ge b eiisli Mehl. Hinge r I re und und ein Häuschen stellt mir aiisli ihk.Ii leer elrunten an der Stralle. wie ge sdialle >> zu einer Hackete, Hier in Holen Wissen eile I elUe atiell. was gut Sybille s kr has 'wirel e in t lese halt' His II.ich \\ .iredi.m tun unter werden wir unsere I loingkiie he >, schicken I r.ui Hrauu aber leitete mutte rlieli ">.oah au liandeles Stuhl,-..1 lie r. Mulle i. ist ihk.Ii ein Kirwl tur euch' letzt geleite I nosh lcirss.hu sie ticuhdi /.ut < irolimiitte r lim. Abe r spate r, in zwei Iahte u elve.i da holen wir sie uns wieeiei In Holen heiiaie’ mau früh. W as. „mge r H.iske rsniann. wir weiele" uns nicht erst lange uuitun bi aus heu nach om r I i au Meisterin!* 'I I. eie -Obst. lue. um den Sabbat V oi z»be re Ile II. aber minie I werde leb durch eure I nv e rtiaghchke II ge sie,,I .Wir sind In nie' mit unse ren Antg.ibe n sj.oi fe mg." Jw'Cte Zewi. um ehe Mutter milde r zu stimmen"' , ..has ist zwar Sshon meinte sie, ..dal» ihr vor I mbnie.ll des Sabbats eile Aufgabe n beendet habt Aber weil ihr so imv e rt'.ighsh senel. elurfl ihr heule eiern Vater mehl entgegengehen" ..Ich mochte se, ge rn eie in Neger den Wagen ziehen beiten." sagte Zewi* I ml ihn w u der an den > »lireit reiben' er w ide rlc eile Mutier. Nein ihr bleibt hier l.ernt aus euren Huche rn' Ich gehe le tzt allein Habt tucli inde ssen heb und stre i'vt nicht. Ihr. w ult Ji»di dab der \ alir allwöchentlich < »bst nach Hause brmgt Wer brave, isi. soll heute abend mehr bekommen' hau und /ewi s.itle’u still und traurig da lind taten so. als ob s,e ui ihren llndiern le vu wurden. l*<K,b ihre t ,edanken weilten beim \ ater