Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 9/10 (15.7.1926)
- Date
- 1926-07-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Mi IOMSCHK VIIH MIT DER BEILAGE „DAS JÜDISCHE KIND V«r«nt* örtlich für dl« SihrifOltunK: hiu K«vln« Unc lohn. Ikilln I I Allrlni^r Ann l^nmnihm« IWrlia M 11 K-vn.^r ♦ Via&c « I (i«Mkfmlung«n u-M«nukhripU iu richlcn in dk Krd«Mton .IHr jüd Krau*. | | Frtntpr Mn«nh<ntt »i n.cii «;<*« b 1»»i: «iq | >nuW»i|Hi«l»««»»HHiNOW.MntbnrK«r»itr.Vl ■ Hiuifcml Wan u«.* ThUf-j I Ani>l(>n~ptti>i ' , s, IU .•*. «o.k ' , vol. l». «*.k . s. .1. W.O I Efuhflnt einmal monatlich ah Ooppelnummer / Hciuncprrii I I 1 , Seite 17 So M * *. Seile ."»• M . Seit* M Su» Vilm »«1 s*it«»i*n* I vlcrtel)lhrli(h t.7$ Mark / htlbjAhrlUh 1.50 Mark / jthrlich a. Mark I I \ «rmlttif (In h t(it d« n;tm«ri|;(ni« il Haallen^;« Hcclin | Jahrgang 2 15. Juni 1926 Heft 9 10 Raßel Cevin. Wie den »ach langem 1 Hinkel und AbKcscldossenlieit (iefannenen. beim ersten ereilen Lichtstrahl zu Mute sein mau. so ereine es einem Teil der deutschen Judenheit in der N a c li - (i li e 11 o - £e i t. I Hese lieb wohl ^v ic erstes l’ ruhrot das kommende Licht der «eistieen und körperlichen Freiheit ahnen, doch konnte sie es auch nicht cerhindern ihre Schutt e » auf den Lutw icklunesiranir zur Lmauzipation zu werten. Aus diesem lange zurückgehalteucn und dann vielleicht elementar durchbrechenden I »ränge zur geistigen L'reiheit entstanden die bekannten „Berliner Salons" in denen man die Annäherung geistig und künstlerisch hochgestellter Persönlichkeiten suchte und fand. I He langjährige, enge (i h e 11 o - L u f t konnte sich natürlich nicht in so schnellem Tempo der frei e n . A ii li e n - A t m o s p h ä r e heimenge» — ohne in ihrem j ü d i s c h - r e I i g o s e » Kern schweren S c h a d e n zu nehmen hei d e » e n . w eiche nicht durch eine unerschütterlich gefestigte j u - di sc he Lrzi e h u » g in Baus und Schule gefeit waren gegen äubere Linflusse. die ihrer .indischen Seele fremd \aren. So hat dieses gefährliche Zeitalter I rauentypen auf/uw eisen, deren Lehen dem ä über e n Schein nach in Licht und (ilanz und h'reude und Stolz dahinflob im tiefsten Wesen aber hochiinglucklich gewesen sein mag. Zu den Lrauengestalten dieser sehoiigeistigen literarischen Welt gehört unstreitig auch die genau vor 155 .lahren geborene K'ahel Levin. spatere Kabel Varnhage». I »ie Natur, welche im allgemeinen bedachtsame < iabeiieinteihmg vornimmt. hat in diese grobangelegte Persönlichkeit ihre tleistes- und Herzensgeschenke gleicherweise verschwenderisch ausgeschüttet. Kein Wunder denn, dab sie immer und immer wieder die Ledern in Schwung bringt, die an ihr tiedächtnis gemahnen. Von einem ebenso reichen wie haustyrannischen X ater spartanisch erzogen. vv übte sie wohl, dab sie im Juni 1771 zu Berlin geboren wurde. Aber einen (ieburtstag zu feiern, wie es ihr als Kind am ehesten zugekommen wäre, blieb ihr "durch eben diese uberstrenge väterliche Bausordnung versagt. I »ie geistige» Salons ihrer Zeit krönte sie durch ihre vielseitigen Interessen, durch ihr umfassendes Verständnis für Musik und deren Ausübung. (ieistspruhend. ohne geistreich sein zu wollen, von einer ungewöhnliche» Klarheit des Verstandes, ohne in männliche Barte zu verfallen. wurde sie trotz körperlicher Kleinheit und Zartheit der grobe Anziehungspunkt der Berliner (ieisteselitc. Was Wunder, dall sich K u n s i I e i von hohem Namen, bedeutende < i e I e li r t e . eltj•!<> mansche und militärische Persönlichkeiten von hohem und höchste m K.üig zu K.ilicl magnetiscli hingezogen fühlten. Kein tieringerer als (ioellie war es. der nach seinem Zusammentreffen mit K’ahel in Karlsbad I 7'*5 von ihr sagte: Ja. es ist ein liebes Made heu von auberordentlichem \ erstände, sie ist stark in leder ihrer I mpfiiidiiiigc» und dneli leicht in jeder Aeiil'e rung. jenes macht, dab wir an ihr die grobe > »igniahtat bewundern, und dies, dab diese t »tginahl.it liebenswürdig wird, dab sie uns gefallt >ie ist. soweit ich sie kenne, iu jedem Augenblick sich gleich, immer in einer eigenen Xrt bewegt und doch ruhig, kurz ist sie. was ich eine sc Imiie > e e I e nennen mochte. Mail fuhlt sieh je naher man »,e kennen lernt, desto mehr .ingezogen und lieblich ge halten." Noch nach J«» Jahren bekräftigte Kabels geistiger und seelischer Inspirator (loethe diese Anitas sung ihrer Persönlichkeit durch einen Bihik.Ii. den sie iu glücklichem Molze als poetischen . Kittel schlag" ihrem Brief-I leimde. Mev.uider von de, Marwitz, schilderte. Mieser Letztere aber bezeiJi ncte sie im l eberschuang als das ..grollte Weib auf I releit." Obwohl ihre Jugend unter seelischem Be d r u c k t s e i n v erlief, pries I e a n P a u I ihren auf richtigen Humor und ihren echten, schlagfertigen Witz als etwas besonders lesselndis an dieser bedeutsamen I rauengestalt. Murch ihreselten rasche Xuff.issungsgabe und ihren unbegrenzten XX issensdrang nach alK in f dien und tiroben war sie .iikIi in der Philosophie I i c h t e s zu Bause Ihn selber aber nannte sie ihren I 4us dem tnöatt: I Kabel I celn. V "ii II i i l \ «• t , r n K - Im Wandel der /eilen V ■ .o VV l( 11 \ II . *l)cr Stern der IIInhiv V - M I oO Abbarlnm and V ersciiblkbanc. V „ W .i c n u s Sabbalobtt. V sinlnul K 1.1 i i » Woscbku «on l’arma V k ,i r I I rt> II t Pr Jttdhkche Frauen, werbt für Jllc Jüdische Frau**!