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Die jüdische Frau · 1926-04-26 · 5/6 (26.4.1926) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
2 (1926)
Issue
5/6 (26.4.1926)
Date
1926-04-26
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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in Pension «dien will, kann ment verkaufen an ä Schlächter, (iibht imjtter noch eit «an/, «ule» Ochsenbraten. Habb ich nicht Recht.'.wenn ich Na«. c> —is ä «Utes (jeschält, soy Piüxclikcnkiilsclicrei? Aber" später is nier ein«efallen. dali ich ja am Schabbes nicht fahren darf — war s wieder nix! Ilabb ich «edenkt. ich werd l.atemenanstecker! \ sehr ein feiner Beruf! Habb ich den «anzen la« nichts zu tun ander die halbe Stund, und wenn sc in Hattersheim die elektrische Beleucht»»« ciuiulircn. müssen se mich pensionieren! Is aber einer in unserer blass «ewesen. der hat erklärt, er wird schon l.aternenanstecker wollt' ich ihm keine Konkurrenz machen. dali es nicht w ider heiUt. die Juden reihen alle Berufe an sich. Zuletzt habb ich mein l ate «efra«t: ..Tate", habb ich «efra«t. „was denkst de. was aus mer w ird?" „Mir scheint", hat er «esa«t. „ekili aus I»ir wird ä «roher Thaintuer un noch ü «roheres Assesponem. als du jetzt schon bist!" Aber das hat er nur aus Jux «esa«t. mei late. denn er hat schon «enau «ewulit. was ich werden sollt, nämlich ä Kaufmann, Nicht so einer, wo rumzieht im Land mit sei m Laden aufm Buckel im wo die Fü»fpfenni«b!eistifte for zehn Pfenni« \ erkauft un wo sich ä Jahr lau« nicht mehr bei einem sehen lädt, wenn» mer ihm ebbes ab«ekauit hat. sondern ä richti«er Kaufmann, mit a massives (iescltüfh mit Laderifeiister. un Ausverkauf we«en Todesfall. und so weiter. Ich weil! zwar, es «ibt l.eiit auf der Welt, die zucken die Achseln über den Kaufmann und denken, es is ä schofler Beruf, l'nd sie sa«en. der Kaufmann is ä ungebildeter Mensch, er is ä Mensch zweiter Klass’. der nur bedacht is auf sein Rebbach un ooder Sinn hat for die Natur und die Kunst. W ie ich mer habb an«e«uckt die Leut, die so ä Stud reden, was waren's for Leut? Pie einelr* waren solche, w o in ihr m «anzen Leben noch nicht so viel «carbeit' hatten wie ä ordentlicher Kaufmann au ä eiuzi«eti Ta« schafft. Pie zweiten waren Juu- «elechetis. die verhindern konnten, wenn ilir 'late oder ihr Scliwie«erpapa keine so «uteti Kaufleut wären. l!ud schliedlicli_sind es drittens «ewesen —Leute, wo viel zu dumm waren zum Kaufmann! Penn zum Kaufmann «ehort Verstand! Pa «ibt s kein Avancement von wc«cn allem Stammbaum un solchen« Pisiiiiatcnfeii. da lieiUts: /ei«, was de kannst, oder du «eilst pleite, eh de dich utiisichst-! Was heiüt überhaupt Stammbaum? \ solider Apfelbaum is mer lieber! Ln for en tichti«‘eii Kaufmann, der aufier seiner Lraulei» Mutier überhaupt keine Vorfahren hat. habb ich mehr Svinpailüe. als for en Tau«eiüehts. dem seine Almen schon bei de Kreuzzii«e mit davo»«eloffcn siii. Habb ich Rechtv Icfi liab mer oft «eifenkt: was is ei«entlic|i for a I Titerschied zwischen Pir und manchem Adlieen? Ln ich habb mer müssen antworten: ich stamm von eine Aff ab un bin t an«esehener Mensch, un mancher Adli«c stammt von eine an«esehene Menschen ab un is ü Aff! Wenn er will dadrauf stolz sein. Ln wenn s heilit. die Kaufleute haben keinen Sinn for die Kunst, so sa« ich «lattwe«s: is is a Luc' Penn wenn mer «eht ins Theater, wer sit/t drin? Pie Kaufleute! Lu wenn mer «eht in a Konzert wer ' -'ckt vorne dran? Pic Kaufleute! I n wenn in- - fra«t. wer abonniert die Zeitun«en? Wieder die Kaufleute! Nu also? f reilich, mer darf nicht kommen dem Kaufmann uu ihm xorsetzen dummes z’eu«s. wo kein Sinn drin is uu wo er nicht drüber lachen kann! Wenn der Kaufmann «ein ins IIn - ater, will er nicht sehe» Leut auf der Buhne, wo eruinlaufcn un sa«eii.-A|aU es ihnen schlecht* «eht i >as kann er zuhau^selbst tun Mer nennt das ..Naturalismus"-aber .wenn das wiiklicli N.HTtr.tH" ums is. was stellen ^dann die I ul erum auf der Luhne, un reden un Ziehen >i»'Ueh? Sollen se w*;,^ tun. w as‘arbeiten. «escheilei! Hab is.Ii am.,! eesehen a Muck: „Taust". Wenn der \orh.r’« auf ..eilt. sitzt der laust da uu macht a iiestohn un .. »ieiamuier un hört nebbich nicht mehr auf l u warum das «unze lip'w-irc'e ' Weil er hat-studiert Philosophie, uu lnri>Oerci,}uii Medizin uu lfuo|o«ic un «cliau so «escheit"l^ wie er xi-, her war Is es a Wunder? Was bleibt er nicht bei einem Miidniin ' Was sattelt er dr*eii|ial um. Mall ish ihm voraussa«en k.-nnen. dali nix-dabei eraiiskoinmi' Vis,, was lut er. der Mhloine I allst ' I r er«ibl sich der Ma«ie. er lan«t an zu hexen' Mal mer schon so ebbes «ehort? \ Mensch, wo hext' Pas kann der (ioetlie etile < i< >1 xx eiHm.icheii. aber keim Kant u.auu! tie seine lit ihm recht, wetiiis I he ater immer halb leer is beim ..laust'! Wenn er ms.li ebbes < lescheites hvAcu rar. der! u>r* t KamucheüTier xor/aubern aus a Z\linderliut oder das Verschwinde» einer lebenden Paine „ber nein, er lallt n I rd«eist erscheinen! Pafor braucht der Mensch vier verschiedene lache r zu studieren' V Mtekclien weiter «eht der l aus: m t w, m Portier sp zieren und lau«! a Pudel, was herrenlos erumlautt Is er a Mundefuiicer? Was «ehen dm die Ireindcii Kelefis an? S»ll er froh sein, d.dl er keine Meilern zu zahlen braucht for so a Vieh! I nd uherhaup: weil» er. ob er stubenrein is? Aber er niiuiiej ihn um! 1 n wer-lsdet Hund? Per Me pinstote les/zde r I eufeI! letzt soll mir er \ er »imtli«i r M<<n\e.h s.,«ei>. hals der I e ufel non«, als ., Mund erumzii l„ufeii. wo ihn te'de n Aw«cnnl>ek a Automobil uberi.direii kann? Wenn er ei ui.Tupft als I lefaul .ul. will leh «eilen lassen! Vbei a Hund' Poeh ich xx eil» schon, warum de i I ioetlie es hat so «c macht ijTid meid anders. Pe. > wenn der letilel «. wesen ^.are a I le faul. halt ihn de! I allst otle r mit - eeuommeii n.iehh.ins! N, mcsehu««e is ,r elo.'i nicht! I i.iiiz ab«esetieu davon, dal! a I h laut «.o . '"clit zur^lur ereinzehl! . Also de i le ule l und Jet fällst machen mitsammen a Pesehait l uter uns «uter (iescliattsiuann is er nicht, eie t He rr lewte les. Keinen halben l.i^ lat leli dm als Kommis lei um he hallen ' \l»e r u eilte i M haelehei- >s ei »er Me phistofe les. eie uu er hnn«t zusammen. die Partie 1 allst < nelelie n nutet sehr erschwerenden I mst.mdcii I ’oiissie 11 aiieli s. >!>< r ef.the i i bisPun eile Iran Mhxe ereltleiu. dei all M hole Was sonst i»n.h vor kommt m dem Miiek ' I »e r I > ide I «eht mit m lallst in a W emkedle t \l*e i nie. ti t s> > einen u.ll I Ijitle nl'edie mm« denn »las halt nivlil »mal e'ei leidet alts Pa m.uhell se W , in ohne I taube- K iniststiie k. kann ich auch' I s ee e leh I» am ll I le de r «esuuccH ' oll eitle Kolli« Pe l eine Me Ie eil hat en I loh dein lallt »I se leine Kle id» t mm heu de r amlere Mel. Pi hat en Itevlul . Vdenkeii von l'.'enel a MhlekseL he elell s^ i,,l»e liil et ins Meef uu xx irei Abstinent Is das Ke in Mul'- ' Wars nie hl l'e sse I et Sedumie kt elell I le s Ile ' um bunte I appe |t ine! » hllle dll elell 1 loh ins Meel ' H.dd» le h Ule hl Recht xeeiin leh fia« is das a Miuk ll>r a Kaufmann ‘ Aber leh hahl» nie nie i I e hns«ex hiehtc x<>r«e erdleii Wie leh tl» n fällst ce'ehe-i habb war K t« Se In »II l.lll«st Hiebt mein IM Hattersheim > Also will teil wieder den I ade f\a«d"e hüte n an niemer Hio«ra|ilmweiternahen .in eh r >ehu> Ii.d'f» »eil e» ■% jüdhehe Frauen. werbt für „IHc IimJUcIh* I rau“! 7

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