Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 5/6 (26.4.1926)
- Date
- 1926-04-26
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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" Moderne füdiscße Frauen in Kunst, -^Wissen- und Politik--f— I. . Mit innerer < icmi^tuum; l^abe ich du Auicabe nl»ernotlvinen% aiy^dem reicheG Schatze meiner Ix iahrumrem Als (minder micUf^iilirer einer ceistUen ('rcaiiisatio». der Gewerkschaft l»cutscher t ieistes aiheiter, zu schupfen. lim in dieser vornehmen und wertvollen Zeitschrift zu beweisen, dal! nicht nur die iiiodernv Krau im allgemeinen, sondern auch die indische Krau im besonderen jene erkämpfte Gleich bereclrtkuiu: mit dem Manne unserer f i»>»che mit dein sachlichen kochte behauptet, das ihr die l aten und Krfok'e einer durch nichts \on männlichen Kul turwerken unterschiedenen crolteii Krauenschar z.u- . erkennen müssen. I Me tiefe Religiosität und Sittlich keil, die ich im l Inkreise meiner neuen Wirksamkeit bewundern muH erfüllt mich als Andersgläubigen um so mehr mit dem herzlichen W unselte. dem Judeutm.it TP~semein kulturellen Kampfe beizustehen, als gerade ich den Manüet an Nächstenliebe und Krfullumc moralischer l’ruesetzo aus wahrem Mcnschlichkeitsifeftilil heraus keimen gelernt habe, als ich;als ein innerlich zerbrochener K'rontoffizier aus dem mörderischen Kriege heimkehrte, l ud \ ielleicht hefoke ich auch eine traditionelle Knmiliciipflicht. wenn ich sozusagen praktisch die Kindereien des Antisemitismus auizeke. da ich im Kreise meiner Minen das mir ernst und zustimmend zunickende (iesicht des Alt meisters Goethe zu erkennen wahne, den eine lierzinniiie Kreundschaft mit den groben jüdischen Kulturträgern seinen Zeit, vorab mit der Kamilie Mendelssohn. verbunden ha^v Ks bedarf wohl''keiner besonderen I rklarniie. wenn ich vorausschicke, (fall ich mich bei der Auswahl der in ihrer öffentlichen W irksamkeit zu beleuchtenden jüdischen Krauen von keinerlei besonderer Richtschnur eineiicen lassen kann, dal! ich v ielmehr immer dort das Ibld einer Krau hell belieb; teil werde, wo mein suchend umherkreiseiidcr Scheinwerfer ein solches mit Charukterzmten an-A trifft, die einer näheren Meleuchtung wert erscheinen. Weder politische, noch irgendwelche w eltanschtmliclie Rücksichten oder Absichten werden mich leiten können. Wenn ich also heute mit einer I rau meine Ausführungen beginne, die sich in weltpolitischem, pazifistischem Sinne betätigt, so fuhrt mich lediglich der Gedanke, dal! die Schrecken des Krieges es waren die mir die Angen geöffnet haben und für mein eigenes leben richtunggebend gewoiden sind. I rna Kalisch war neun fahre lang als Wohlfahrtspflecerm in dun ärmsten und verrufensten Stadtteile Merlins, dein Wedding, tatis und lernte hier mit eigene» Augen die entsetzlichen Kriegsfolgui kennen die volhg untererabene Moral, die bitterste Armut, den entschwundenen (Hauben au alles (inte und < loithche So kam sie fast ungewollt zum Pazifismus zu dem starke» Willen, mit I ins.it/ ihrer ganze» I’orsmiliehkett du I rsache all des erlebten I leiids zu bekämpfe n Auf der Suche nach gleichgesinnten Mensche» wurde sa Mitglied der I ionischen Kricdensccscllsehaft. erkannte aber bald dal! nicht allein die Zugehörigkeit zu einer gleichgerichteten < u meinsc hall genügte s«mdem daII vor allein persönlicher I infinit g< Itend ge macht werden muH. der den Menschen den Kriec als Ktaiikheitserscheinunc psVclusJier Art zeigt und si■ die 1 iebe unter den Menschen fordern lullt In der I rieduis-t lesefNchaft liut.fu^ sie ui dein Juristen und Schriftsteller 1 ► r. \wiold Kalisdi uneii Mann kennen gelernt, der sie mit der in I eilt sc lila nd fast noch unbekannten internationalen ■(truppe teuer ehemaligen Kriecsteihiehmer vertraut machte, die sich über zweiundzwaiizig I ander der I rde ui zw eiundv ierzig (»rganisalionen zu einem machtvollen internationalen Munde der Kriegsgegner ziisanmiengescRlossen hatten, dessen Zentrale sich in l.ondo» befand. I me harmonische I he schloll sie »nt ihrem Kriedeiisfreunde. eins m ge meiiisaiiiVm Wollen und Wirken, und die ihr alsbald v . / zmj P.m’ivf gesellende trauliche Mutrvrpfhcht und ein aulkrhJi kleines, aber mit I lebe und (inte erfülltes Heim liindei leiV'sV nicht, mit ganzer kratt sich der neuen Aiifgabe^uzuw enden. Als dann M a r t h a S t e I u i t z . eine I fall, mit der ich mich »och in e ine in spatere» AwKutze He schattigen werde, und du eine deiitsvjie Sekt»» dieses Mund s ms | eben gerufen hatte als Sekretär», der Interilatiouale nach I oiuion ging, vvtirde Iran kalisdi Hazu herange zogen, du I eitung diese ■ deutschen (iruppe zu übernehmen mul mc konnte s di dieser ersehnten Aufgabe um s>, t rmtei widme» als Me. wenn auch ungern ihre» amtlichen Wir kuneskrcis ui eiet Wohlfahrtspflege infolge ihrer Ver > eiratung verlassen imilite > »gern deshalb weil •sie bei lugend und Alter des W eddmg lasch zu einer I!e hebtheil gelangt war die heute noch anhalt und selbst lene Menschen ..ela unten" nut f^oniu erfüllt Interessant ist es. ve u ehe Kunde vmi de t I vistenz «nur aktiv gegen den Krug;e richteten schon in. mitten des Kruges m I ngl.md e ntsiaiule IU II front k.mtpfe rlu w e ciinc nach I »e utschlaiul gelangte Im »n geistigen ludeuliim nicht unbe kannte r Mann I *r Robert 1‘ohl war als deutsche t K tu gsge fange ne' »ucli.l licland v erschlagen wurden, mul eine weise Sc Ille k s.ilsfuc’litis. wollte es dal« er he rufen wurde eile Ile lle MelKklllide aus de lll Munde de r feindliche!. I u taiice iunw achte r zu huren und auf ehe Heimke hr intzimeltiin n I rna Kalisdi hat es ver stunde n aus ihrer < >t g.on safnui eine beachtliche Macht zu schäften Mehrere tausend «.NMtcluder aus allen I'artete n mul Kot,- je sviuiivn^fehcketi heute zu ihr als de r geistig, ■ JudlKlic Krauen, werbt für „llk frm“! \