Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 14 (13.12.1925)
- Date
- 1925-12-13
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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oft gleiche Ideen herrschend sind. Doch in jenem, was von seinen Schöpfungen in Idee und Formung unterschiede» ist. auch dort wird er hohe Ideale schauen, tiefste Menschheitsziele erblicken, die ihm. der doch selbst in jenen Sphären weilt oder zu w eilen glaubt. Achtum;, ja Verehrung abnotigen. Ür wird einselien. daß die formen nicht wesentlich sind, leine objektive (iiiltigkeit haben, das Wesentliche aber die Ideen darstellen. Und jede wahrhaft menschliche Idee. vom ..cuten Willen" geleitet, kann kein Gegenstand des ilasses, sondern nur der Schür/unc lind Bewunderung sein. MefeltduiivT und Gehässigkeit entstehen ja nur aus der Frage: „wie es tun": nun aber wissen wir. daß das etwas Untergeordnetes, Nebensächliches ist. die Frage der Formung. Fine Form ist nur eine Realisation* in o g I i c li k e i t. kann nie aber die Realisation sein. Wo ein Ideal verwirklicht ist. da hat es seine Berechtigung und Heiligung. Das ..Wie“ bleibt eben eine individuelle Angelegenheit. wird nie eine Norm abgehen können. Blicken wir alle mit den Aucen des Sinn Verständnisses die Welt und unser Judentum au, dann ist die Gewähr eines friedlichen Fortschrittes Kettelten. Chanukkah ruft zur Auseinandersetzung auf mit dem Judentum, mit dem jüdischen Menschen: und wo das geschieht — Auseinandersetzung kann nur positiv verlaufen, weil sie auf Gegebenheiten aufbaut hat das Fest seine Aufgabe erfüllt. Volk oder Religion. Blutsgemeinschaft oder Kulturgen einschaft wofür sich ein jeder entscheidet. ist seine eigene Angelegenheit: nur muß die •Viisem.mdersetzung ehrlich, dje I nischeidimg wahrliuit sein. Daß eine solche aber vor sich geht, das ist eines u. den Pflicht sich gegenüber, gegemihrr~srmrr < icineinscliaft l.rkemiet vor allem I ure -indische < lebundeuheit! Diese letzte Mahnung des bestes.erceht rn<ht zuletzt an I ucli. jüdische Müller' Manila, die jüdische Mutter, von der uns die M.ikkuhacrgcsJ.ichtc zu erzählen weiß, sei laich ein leuchtendes \orhj|d. Ihr seid die l'rager der Zukunft.' I ie Vater. Me haben mit dem l.eben zu kämpfen, sie haben nicht die /eit icne Frkemitnisse in die Jugend zu pll.in/en Diese lebt im Mause, ist um laich. Ihr Mutter..J ant Ihr den Kindern die l ehre der Vertieitmg und. wie jene Manna, das jüdische Bewußtsein mit .an den Weg: Ihr könnt es ohne V ergew altigmig der ..individuellen Seibtbestimmuug‘\ I s sind allem zwei Nonnen, durch die I ure Kinder fällig werden den Menschheitsberuf überhaupt zu eriullcn: Sich mit der ganzen Welt auseinander zu setzen. Das Chanukkah. aufgefaßt als Sv inbol individueller und jüdischer Vertiefung, wird so /um r-egen werden für den I inzelmeiisclien. für das liidentum, mr die Menschheit! ' ' MASSE. KONSTITUTION UND KR AN KHEITSBER KITSCH A FT Der Begriff „Rasse“ gehört seit einigen Jahren zu den täglichen Schlag werten. Mit wenig Begriffen ist derartig jongliert worden als gerade mit dem BegnffrVolk, Abstammung. Rassenzusammengehorigkeit. Wenn ich als Arzt — liier das Wort ..Rasse“ verwende, so meine ich damit einen Zusammenschluß von Menschen: die eine erweiterte Sippe bilden und seit Jahrhunderten unter den gleichen Io beiisbedingungeii wie: l.ebensregeln religiöser Art, Heirat untereinander, vereint sind. Daß dieser Zusammenhang unter uns Juden bestand und noch besteht. muß doch selbst jeder Skeptiker zugeben. W ir bilden zur Zeit eine Finlieit, die durch gewisse, immer wiederkehrende Typen charakterisiert werden kann. Ls haben sich -- als Produkt der jahrhundertelangen Inzucht gewisse Koiistitutionsformeu herausgehildet. die wieder die Grundlage zu ganz bestimmten Krankheiten in sich tragen. Also eine Kranklleitsbereitschaft auf der Basis der dazu gehörigen Konstitution. Diese charakteristische Konstitution ist auch die Veranlassung, daß wir. bis jetzt, unter den Juden einen starken Prozentsatz an Geistesarbeitern und einen geringeren Kontingent Handwerker autrafeu. Fine Tatsache, die sich leicht aus den Lehensbedingungen der letzten Jahrhunderte erklären läßt, wenn man die Geschichte der Juden »erfolgt. Die Disposition der Juden zu bestimmten Lr- Krankungen führt so weit, daß wir in den medizinischen Lehrbüchern eine bestimmte Augen- und Nervenerkrankung finden, die bisher n u r hei Juden angetroffen ist und da auch nur wieder hei jüdischen Kindern: Das ist nun eine krasse Ausnahme. Aber wer wollte bestreiten, daß zahlenmäßig unter den Juden viel mehr Stoffwechselerkrankungeii anzutreffen sind als unter der gleichen Zalil-clo ist hebe r Kranke? -Auch Schwache des NerVensVsfLnIZH^IIäl A11omalien der Sehkraft (Kurzsichtigkeit. Astigmatismus! sind bei Juden sehr häufig. Diese >diwaelicu stammen ans der Glietto/eit. besonders die la hilität des Auges. Die Stoffvvecliselerkr.mktmgeu 1 Gicht. Zucker. Nierenleiden sind über tvpisehe Konstitutionserkrankimgen. deren . rsprnng nun schon in der kcimzusnmmcnset/img suchen muß und die nur durch die Lebensführung von weiteren Generationen gebessert werden können. Was uns Juden nun von feindlicher Seite noch vorgeworfen wird: ' Plattfußigkcit. Krummlieit. Schwache usw.. sft sind das alles Zeichen, die wir bei unseru Haustieren als 1 lomestikatmnssv u pti.une bezeichnen vvTlTden. klarer nu,>gediiiekt. Merkmale der Sklaverei! Ich glaube kaum, daß die Kinder unserer Generation noch diesen Vorwurf verdienen werden. I s wird der Zähigkeit unserer lugend gelingen. die Konstitution /» heben und einen besseren und immer besseren Nachwuchs heran,u/ielun. Lusern jüdischen Muttern war immer das Kind das Heiligste und Höchste, in unserer Zeit wo selbst weiten Kreisen der Sinn mr das I ngeOorene verloren gegangen ist. ist doch in indischen Kreisen die 1 iirfurcht vordem werdenden I eben mellt gev- Lhcn Ls liegt aber an Dir. judoJie I rau. ob unsere nächste Generation' weiter mit Brillen geilen wird und vor Nervosität weder schlafen noch tWu mag! Mir Vernunft und l eberlegung vom eisten I eilens tag an, mag dies verhindern. Kein V ei-s^teln nie sprichwörtliche Aitenliebe der im,lisj cn Litern ist kein I ob! keine sichtbare Bewunderung jedes